Sailerstraße Schwabinger Allianz

Politiker vor Ort: Robert Brannekämper (li.), Isabel Zacharias, Ruth Waldmann und Michael Piazolo.

(Foto: Catherina Hess)

Auch Landtagsabgeordnete setzen sich für den Erhalt der Häuser in der Sailerstraße ein

Für die Schwabinger Häuserzeile an der Sailerstraße 2, 4 und 6 ist es fünf vor zwölf. Eigentlich sogar noch bisschen später, denn nach dem Herausreißen der ersten Fenster vor wenigen Tagen sind sich selbst Denkmalschutzexperten nicht mehr sicher, ob die Häuschen aus dem Jahr 1898 noch schützenswert sind. Die Gebäude auf halbem Weg zwischen Petueltunnel und Olympiapark zeichnen sich durch zauberhafte Fassaden aus, Befürworter einer Erhaltung glauben, dass die drei Giebelhäuschen einstmals "Kavalleriegebäude des ehemaligen Oberwiesenfelds" waren. Doch weil die Stadt ohne Rücksprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege den Abriss und Neubau genehmigt hat, stellt sich die Frage einer Erhaltung formalrechtlich eigentlich nicht mehr. Die Eigentümer haben einen Anspruch auf die Verwirklichung ihrer bereits gebilligten Neubauvorhaben. Wegen des hohen öffentlichen Interesses geht das Ringen dennoch weiter. Eine Delegation des Landtags hat sich vor wenigen Tagen die Situation an Ort und Stelle angesehen. Dass an der Sailerstraße nichts zu erhalten ist, ohne dass die Häuschen doch noch nachträglich zum Denkmal erklärt werden, darin waren sich die Politiker einig. Erst dann könnte die Stadt die Abrissgenehmigung als "rechtsfehlerhaft" zurücknehmen. Für eine Beurteilung wäre allerdings ein Blick ins Innere nötig. Und nur, wenn die Eigentümer bis zu dieser Klärung den Abriss aufschieben, macht es Sinn, dass sich der Landtag im zuständigen Ausschuss am 5. April mit der Petition der Altstadtfreunde noch befasst.