Rockausstellung im Olympiapark Probesitzen in Jaggers Verführercabrio

Von Ringo Starr gibt es eine Postkarte, auf der er einem Freund in Liverpool von den Konzerten in Hamburg vorschwärmt, ein Jahr später ist er selbst weltberühmt. Nur von George Harrison findet sich keine Spur in der Hinterlassenschaft des Starclubs. "Er wurde wieder heimgeschickt, weil er noch unter 21 war", erklärt Hauke.

Ein anderer Pavillon ist dem Übergang zu den Siebzigern gewidmet. Die Schallplattencover sind bunter und provokanter geworden. Der Drogenkonsum, Woodstock und die freie Liebe sind Thema auf vielen Flugblättern und Plakaten. Frank Zappa etwa kündigt seinen Auftritt im Circus Krone im Dezember 1970 mit einem doppeltem Unterleib von Michelangelo an. So viel Freizügigkeit ist man in der Landeshauptstadt nicht gewöhnt - ein Skandal. Über Nacht sind die Plakate verschwunden.

In München fühlen sich die Stars wohl

Hauke hat trotzdem München als Standort seines Rock- und Popmuseums gewählt. "Hier ist nicht gerade der Nabel der Rock'n Roll-Welt, aber wenn man sich überlegt, dass hier die Rolling Stones produziert gemacht haben, Freddie Mercury durch die Clubs gezogen ist und in der Münchner Version des Starclubs, dem Big Apple, die ersten großen Stars wie Jimi Hendrix aufgetreten sind, muss man sagen: München war immer ein Ort an dem sich die Stars wohlgefühlt haben", erklärt er. Vielleicht hat sich der Finanzkaufmann aber auch für die Landeshauptstadt entschieden, weil er nicht nur Musik-, sondern auch großer München-Fan ist. Auch wenn es ihm die Heimat die Sache mit dem Museum nicht immer leicht gemacht hat.

Haukes Geschichte beginnt in München, wo der Krieg seine Familie stranden lässt und er 1955 geboren wird. Über seine beiden älteren Schwestern und die Musikbox in der Schwabinger Kneipe der Eltern kommt er früh mit Elvis und den Beatles in Berührung. "Auch wenn mir die Texte damals noch gar nichts sagten. Erst als ich das erste Mal verliebt war und gleichzeitig die Beatles ihr 'I Want to Hold Your Hand' veröffentlichten, habe ich verstanden, dass sie auch mein Lebensgefühl reflektieren." Der Weg vom Musikliebhaber zum Sammler ist bei Hauke eher ein pragmatischer: "Weil die Platten damals noch so teuer waren, habe ich zwei Jahre auf ein neues Album von Pink Floyd gespart. Und dann hat man es natürlich viel sorgsamer behandelt."