bedeckt München 13°

Reaktionen zum Aus für Münchner Olympiabewerbung:"Bitter für den deutschen Sport"

In allen vier Abstimmungsgebieten ist die Münchner Olympia-Bewerbung durchgefallen. Das Bündis "NOlympia" jubelt, Oberbürgermeister Ude zeigt sich enttäuscht. Genau wie manche Spitzensportler - die das Ergebnis als herben Rückschlag für den deutschen Sport sehen.

Es ist entschieden. Kein Olympia in München. Die Bürger haben die Bewerbung für die Winterspiele 2022 abgelehnt. Garmisch-Partenkirchen gab als erstes der vier Abstimmungsgebiete sein "Nein" bekannt, anschließend München. Auch im Berchtesgadener Land und Traunstein lagen die Olympia-Gegner vorne.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude ist enttäuscht, will die Ablehnung aber nicht als Kritik am Konzept der geplanten Münchner Winterspiele verstanden wissen: "Es ist eher eine zunehmend kritische Einstellung von Bevölkerungsteilen gegen Sport-Großereignisse", sagte der SPD-Politiker.

Auch beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hatte man nicht mit solch einem eindeutigen Ergebnis gerechnet: "Ich bin sehr enttäuscht. Das ist sehr bitter für den deutschen Sport, dass wir nicht die Chance bekommen haben, der Welt zu zeigen, wie man heutzutage nachhaltige Olympische Winterspiele veranstalten kann. Ausschlaggebend ist für mich die zunehmende Skepsis in Deutschland gegenüber Großereignissen", sagte DOSB-Generalsekretär Michael Vesper. Dennoch blickt er einigermaßen zuversichtlich in die Zukunft. "Das Ergebnis bezieht sich ganz klar auf Olympische Winterspiele 2022. Ob Deutschland nochmal zu Olympischen Sommer- oder Winterspielen antritt, bleibt den Gremien und den beteiligten Kommunen überlassen. Dazu werden wir heute keine Aussage treffen".

Der designierte DOSB-Präsident Alfons Hörmann sagte, nun sei wenigstens Klarheit geschaffen. "Dass es nun nichts wird mit einem olympischen Heimspiel wird viele unserer Athleten enttäuschen und uns in unserer Basisarbeit schwächen." Jetzt sei darüber zu diskutieren, "wie wir diese Schlappe wettmachen und den deutschen Sport in eine erfolgreiche Zukunft führen können."

Die Skisprung-Legende Sven Hannawald jedoch sieht diese Zukunft wenig positiv: "Den Gegnern ging es nicht um den Sport, den ging es um das Drumherum, um die Verträge, das IOC. Es macht es keinen Sinn, in den nächsten Jahren nun erneut Anläufe für ähnliche Veranstaltungen in Deutschland zu nehmen. Wer heute dagegen gestimmt hat, der wird auch in zehn oder zwanzig Jahren dagegen sein." Seiner Meinung nach haben die Bürger an diesem Sonntag eindeutig die falsche Entscheidung getroffen: "2006 gab es auch eine Diskussion um die Fußball-WM - und was haben wir dann für ein schönes Sommermärchen gehabt."

Bei den Vertretern des Bündnisses "NOlympia" dagegen ist die Freude groß. "NOlympia"-Sprecherin Katharina Schulze, Landtagsabgeordnete der Grünen, schrieb auf Twitter: "Ich kann es noch gar nicht so ganz glauben! Yeah!".

Auch Florian Roth, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, ist durchaus zufrieden mit dem Ergebnis.

Entsprechend dem Ergebnis der Bürgerentscheide scheinen sich die meisten auf der Kurznachrichtenplattform über das Aus der Münchner Olympia-Bewerbung zu freuen - wenn auch aus verschiedensten Gründen.

© Süddeutsche.de/dpa/mvö/ratz/sks

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite