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Prozessauftakt:Physiotherapeut wegen Vergewaltigung angeklagt

Im Prozess um Vergewaltigungen bei Massagen hat ein angeklagter Physiotherapeut die Berührungen seiner Patientinnen mit medizinischer Notwendigkeit begründet. Er habe die Frauen nicht vergewaltigt, betonte er. Vielmehr verfolge er eine "ganzheitliche Methode" und habe lediglich "lange Muskelketten aktivieren" wollen, sagte er am Dienstag vor dem Landgericht München I. Er habe seine Patientinnen gewarnt, dass er sie bei der Massage im Bereich des empfindlichen Beckenbodens berühren werde. Deutlicher habe er nicht werden wollen, um keine "Fantasie" anzuregen oder Bedenken bei den Frauen auszulösen. Außerdem habe er den Frauen empfohlen, nicht mit der Familie oder Bekannten über die Therapie zu sprechen, weil das die Wirkung der Massage erfahrungsgemäß abschwäche. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, zwei Patientinnen und eine Kollegin bei therapeutischen Behandlungen im Intimbereich angefasst und sie vergewaltigt zu haben.

© SZ vom 21.04.2021 / dpa
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