Protest Nahost-Konflikt am Opernplatz

Friedliche Demo für Palästina auf dem Max-Joseph-Platz.

(Foto: Johannes Simon)

Palästinenser-Kundgebung und Gegendemo bleiben friedlich

Von Tom Soyer

Zwei Stunden lang haben 50 bis 70 Menschen am Samstagnachmittag auf dem Max-Joseph-Platz dafür demonstriert, dass "Jerusalem palästinensisch" bleiben soll, und sich dabei teils lautstark mit den Teilnehmern einer pro-israelischen Gegendemonstration ausgetauscht. Nach Angaben der Polizei, welche beide Kundgebungen schützte und auf Distanz hielt, kam es zu keinen Zwischenfällen.

Organisatorin der pro-palästinensischen Kundgebung auf dem Platz vor der Oper war der Verein "Palästinensische Gemeinde in München", der die Veranstaltung unter das Motto "Jerusalem ist palästinensisch" gestellt hatte. Im leichten Schneegestöber und in der winterlichen Kälte begann die Demo um 13 Uhr zunächst mit nur etwa 15 Teilnehmern. Die Polizei hatte für die Gruppe einen Teil des Platzes mit Absperrgittern abgeriegelt. Im Verlauf der Kundgebung wuchs die Zahl der Demonstranten nach Polizeiangaben auf bis zu 50 Menschen an, Beobachter zählten bis zu 70 Menschen, die mit "Free Palestine!"-Rufen und palästinensischen Flaggen in den Farben Schwarz, Weiß, Rot und Grün gegen die israelische Besatzungspolitik und für ein freies Palästina demonstrierten.

In nur wenigen Metern Entfernung dazu bauten sich etwa 25 junge, schwarz gekleidete Vertreter eines seit Oktober bestehenden "Linken Bündnisses gegen Antisemitismus München" auf mit einem großen Solidaritäts-Transparent für Israel und vielen kleinen Israel-Fähnchen. Dieses Bündnis vorwiegend aus Linksjugend und Grüner Jugend hob immer wieder zu Sprechchören gegen die Palästina-Demonstranten an. Es blieb aber beim Duell der Parolen, welche das Shopping-Publikum der Maximilianstraße zumeist eher verständnislos, mitunter aber auch mit Kommentaren wie "Das ist wegen Trumps Jerusalem-Entscheidung" quittierte.

Linda Benedikt, Münchnerin und eine der Rednerinnen der Palästina-Demo, erzählte in ihrem Beitrag von erschütternden eigenen Erfahrungen mit der israelischen Besatzungspolitik in Palästina. Sie mahnte die Stadt München bei der Kundgebung, die Kritik daran im Sinne der gebotenen Meinungsfreiheit weiterhin zuzulassen und nicht, wie im jüngsten Stadtratsbeschluss gegen die BDS-Kampagne (Boycott, Divestment and Sanctions) gegen Israel geschehen, pauschal als Antisemitismus zu diffamieren.