Starnberg Polizei erschießt Mann in Wache

Er hat im Eingangsbereich der Wache mit einem Küchenmesser hantiert: Die Polizei hat in der Inspektion Starnberg einen älteren Mann erschossen. Nun werden die Beamten befragt.

In der Inspektion Starnberg hat die Polizei einen älteren Mann erschossen. Er sei am Freitag gegen 14 Uhr im Eingangsbereich der Wache erschienen und habe mit einem Küchenmesser hantiert, sagte Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer der SZ.

Die Beamten hatten demnach durch die Panzerglasscheibe gesehen, dass der Mann bewaffnet sei. Sie wollten ihn deshalb in einem Nebenraum in Empfang nehmen. Dort sei eine Bedrohungssituation entstanden, sagte Kammerer - und die Schüsse gefallen.

Das Opfer erlitt tödliche Verletzungen. Wer der Mann ist, konnte der Polizeisprecher nicht sagen. Dem Inspektionsleiter sei er nicht bekannt und bislang konnte er offenbar nicht identifiziert werden.

Vor Ort sind nun der psychologische Dienst, die Staatsanwaltschaft und die Kripo Fürstenfeldbruck, die die Ermittlungen übernommen hat. Die Beamten werden befragt. "Wir untersuchen, ob der Schusswaffengebrauch rechtmäßig war", sagt Kammerer der SZ. "Sollte das nicht der Fall sein, könnte es zu einem Verfahren wegen fahrlässiger Tötung kommen." Noch ist nicht klar, ob mehrere Beamte schossen und wie viele Schüsse überhaupt auf den Mann abgegeben wurden.

Erst vor knapp zwei Wochen war bei einer Schießerei im etwa 30 Kilometer entfernten Geltendorf im Landkreis Landsberg ein gesuchter Serienräuber von einer Polizeistreife getötet worden. Die Polizisten hatten den 49-Jährigen im Auto kontrollieren wollen. Der Mann schoss auf die Beamten, die das Feuer erwiderten. Später wurde festgestellt, dass der Täter ein ganzes Waffenarsenal dabei hatte.