Politische Aktion:Symbol-Gräber auch in München

Politische Aktion: Unbekannte haben an der Corneliusbrücke ein Grab ausgehoben als Mahnmal für ertrunkene Flüchtlinge.

Unbekannte haben an der Corneliusbrücke ein Grab ausgehoben als Mahnmal für ertrunkene Flüchtlinge.

(Foto: oh)

Im Westpark und an der Isar kommt es zu Aktionen wie in Berlin

Die Aktion zieht weite Kreise. Nicht nur in Berlin entstehen am Straßenrand, in Grünanlagen und auf Wiesen symbolische Gräber. Seit Sonntag werden bundesweit immer mehr Gräber in Städten entdeckt - meist mit kleinem Kreuz und Grabkerzen. Sie sollen eine mahnende Erinnerung sein an Tausende namenlose Flüchtlinge, die auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind. Auch in München haben Unbekannte symbolische Gräber gegraben. Auf einer Wiese im Westpark steht über einem Stück ausgehobener Erde ein Kreuz, daneben ein Grablicht und ein Schild: "Den Toten der europäischen Außengrenzen" steht darauf. An der Corneliusbrücke ist ebenfalls ein symbolisches Grab angelegt worden, mit Kieselsteinen eingefasst. Dort steht: "Den Ermordeten an den EU-Grenzen." Das "Zentrum für Politische Schönheit", das mit seiner drastischen Bestattungsaktion in Berlin bundesweit Schlagzeilen gemacht hat, steckt aber nicht hinter den Münchner Symbolgräbern. "Es handelt sich hierbei nicht um eine koordinierte Aktion unsererseits, vielmehr drückt das Gedenken die tiefe Trauer der Gesamtbevölkerung aus", sagt Thilda Rosenfeld vom Zentrum für Politische Schönheit. Beim Baureferat, das für Grünanlagen zuständig ist, waren die Gräber am Montag nicht aufgefallen. Auch die Polizei wusste zunächst nichts von Gräbern. Man gehe der Sache aber nach, hieß es aus dem Präsidium.

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