Orang Utans in Hellabrunn Affenschande auf nacktem Beton

Neugestaltung beseitigt Missstände nicht

"Affenschlau" vom 22. Dezember:

Erfreulich, dass das Orang Utan-Haus in Hellabrunn umgebaut wurde. Weniger erfreulich, dass die Tiere von diesem 170 000 Euro teuren Umbau wenig bis gar nichts haben: Nach wie vor sitzen sie auf nacktem Beton herum, was das Risiko bedeutet, dass sie sich die gleichen arthritischen Probleme zuziehen, unter denen fast alle hierzulande in Zoos gehaltenen Orang Utans leiden: Sie sind Baumbewohner - die größten und schwersten baumbewohnenden Säugetiere der Welt - und nicht Auf-Betonboden-Herumhocker.

Ich erinnere an Orang Utan Bruno, der sein Leben unter den völlig ungeeigneten Bedingungen des Tierparks Hellabrunn zuzubringen genötigt war. Er wurde Ende Juli 2018 "eingeschläfert", da er sich der vielfältigen körperlichen Beschwerden wegen kaum noch fortbewegen konnte, die er sich durch die jahrzehntelange Haltung auf nacktem Beton zugezogen hatte: Er hatte schwerste und vermutlich äußerst schmerzhafte Gelenkprobleme. Bruno war nach 49 Jahren Zoogefangenschaft ein körperliches und seelisches Wrack.

Irgendwann wird Hellabrunn sich wieder einen Orang-Utan-Mann zulegen, und auch der wird seine Lebenszeit auf dem nackten Beton des Affenhauses herumhocken. Das Außengehege können die Tiere allenfalls während acht bis zehn Prozent ihrer Lebenszeit nutzen, wenn es warm und trocken genug ist. Die meiste Zeit hocken sie beschäftigungslos und tödlich gelangweilt auf dem hellbraun angestrichenen Betonboden herum...

Dr. Colin Goldner, Train-St.Johann (Niederbayern)