Olympische Winterspiele 2018 Streit um das Olympische Dorf

Die Bewerbung der Stadt München für die Olympischen Winterspiele 2018 laufen. Nun ist ein Streit über einen möglichen Standort der Athleten-Unterkünfte entfacht.

Von Jan Bielicki

Noch haben die konkreten Planungen für mögliche Schauplätze von Olympischen Winterspielen in München nicht begonnen, schon ringen Stadt und Bund um einen für das Olympische Dorf ins Auge gefassten Standort. Laut einer Machbarkeitsstudie könnten die 4500 Athleten und ihre Betreuer während der Spiele 2018 etwa auf dem ehemaligen Kasernengelände entlang der Dachauer Straße wohnen - gleich südlich des Olympiaparks und damit ganz nah an den dort geplanten Wettkampfstätten.

Das Olympische Dorf steht seit 35 Jahren. Nun gibt es Diskussionen über die Athleten-Unterkünfte für Olympia 2018.

(Foto: Foto: Catherina Hess)

Doch darüber gibt es politischen Streit. Das Gelände gehört nämlich der Bundeswehr, auf einem Teilgebiet stehen die Verwaltungsbüros der Armee, in denen 1400 Beschäftigte arbeiten. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Herbert Frankenhauser warf Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) vor, "vorweggenommene Landnahme" zu betreiben - für Ude eine "vorsätzliche Querschlägerei gegen die olympischen Pläne der Stadt".

Tatsächlich hatte der OB bei Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) angefragt, ob die Bundeswehr das Gelände dafür verkaufen würde. Die wehreigene Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb, die für die Vermarktung von Wehrvermögen zuständig ist, äußerte sich positiv, der Minister jedoch wies darauf hin, dass das Gelände noch keineswegs freigegeben sei.

Allerdings, so Ude, habe ihm Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Unterstützung des Bundes bei der nationalen Sache Olympia zugesichert. Zudem sei noch überhaupt nicht sicher, ob das Olympische Dorf auf einem Teil des Geländes an der Dachauer Straße oder am - von der Bundeswehr bereits freigegebenen - Standort der Bayern-Kaserne am Euro-Industriepark gebaut werde. Ein Athletendorf direkt am Olympiapark würde sich in einer Bewerbung für "kompakte Spiele" jedoch besser machen.

CSU-Ratsfraktionschef Josef Schmid warnte dagegen davor, die Bundesverwaltung von der Dachauer Straße zu vertreiben - die 1400 Arbeitsplätze könnten dann nach Stuttgart umziehen.

Der Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 stimmte der Stadtrat mit großer Mehrheit zu, gegen das Votum allein der linken Stadträtin Brigitte Wolf.