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Neuer Öko-Laden Phasenreich:Schön nachhaltig

Alles auf öko: Shino Plum (links) und Bianca Mirkovic.

(Foto: Robert Haas)
  • Im November haben Shino Plum und Bianca Mirkovic das Phasenreich in München eröffnet, einen ökologisch korrekten Modeladen mit angeschlossenem Café.
  • "Wir wünschen uns, dass die Leute bei uns einkaufen, weil ihnen die Klamotten gefallen", sagt Mirkovic. Denn eines wollen die beiden nicht: missionieren.

Es ist noch gar nicht so lange her, vier, fünf Jahre vielleicht, da sträubten sich die Begriffe "Bio" und "Mode", in einem Wort zusammenzustehen. Wer Wert darauf legte, nachhaltige Kleidung zu tragen, musste sich in bessere Leinensäcke hüllen, in unförmige Wollpullis und in Farben sehr nahe am Schaf. Entscheidend war der ökologische Aspekt, nicht der modische.

Heute ist das anders. Mit dem steigenden Bewusstsein für Naturschutz und faire Arbeitsbedingungen in der Kleiderproduktion hat sich eine Reihe von Modelabels etabliert, die dem Rechnung tragen. "Es ist heute kein Widerspruch mehr, cool zu sein und Biomode zu tragen", sagt Bianca Mirkovic. Ende November hat sie zusammen mit ihrer Freundin Shino Plum das Phasenreich in der Baaderstraße 33 (Eingang Corneliusstraße) eröffnet, einen Ökoladen, der sich so gar nicht wie ein Ökoladen anfühlt.

Die Boutique in den Räumen der ehemaligen Bar Overath unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von anderen Modeläden in der Gegend, und das ist durchaus gewollt. "Wir wünschen uns, dass die Leute bei uns einkaufen, weil ihnen die Klamotten gefallen", sagt Mirkovic. "Und wenn sie dadurch anfangen nachzudenken, umso besser."

Das Phasenreich ist auch ein Café - mit Fairtrade-Siegel

Eines wollen die 32-Jährigen indes nicht: missionieren. Sie haben zwar beide die Waldorfschule besucht und kommen "aus der Öko-Ecke", wie Plum sagt - ihre Eltern haben den Naturkostladen Erdgarten in Schwabing mitbegründet und eine Biokosmetikfirma geführt. "Wir wollen aber keineswegs besserwisserisch sein. Keiner schafft es, absolut nachhaltig zu leben, auch wir nicht."

In der Modebranche haben Mirkovic und Plum Erfahrung, Mirkovic als Jeans-Designerin, Plum im Ein- und Verkauf. Irgendwann wollen sie ein eigenes Bio-Label gründen, doch jetzt konzentrieren sie sich erst einmal auf ihre Boutique. Im Phasenreich verkaufen sie nur Waren von Herstellern, die den Fokus auf Nachhaltigkeit legen und die Umweltbelastung so gering wie möglich halten.

In den Regalen hängen etwa Kapuzenpullis aus Bio-Baumwolle von "Recolution" oder T-Shirts von "Reet Aus", die in Estland aus recycelten Stoffen zusammengenäht wurden. Es gibt auch andere Produkte, Stadthonig zum Beispiel oder Handyladegeräte mit Solarzelle und Handtaschen von "O My Bag" aus dem Leder indischer Kühe - "die eines natürlichen Todes gestorben sind", wie Mirkovic betont.

Haben eine schöne Geschichte, sind aber nicht ganz günstig: die Taschen von "O My Bag".

(Foto: Robert Haas)

Sie erzählt gerne von den indischen Kühen, denn sie hat gelernt: Ein Produkt verkauft sich vor allem dann, wenn es eine Geschichte erzählt. Selbst die Preisschilder aus sogenannten Samenpapier haben im Phasenreich ein Narrativ. Wer über einen grünen Daumen verfügt, kann die Etiketten anpflanzen und daraus Blumen oder Chilipflanzen züchten.

So funktioniert Nachhaltigkeit, das ist die Botschaft. Und weil Mirkovic und Plum auch gastronomieerfahren sind, ist das Phasenreich nicht nur Shop, sondern auch ein kleines Café. Mit hausgemachtem Couscoussalat, Bio-Brot und Fairtrade-Siegel, versteht sich.