Neuer evangelischer Landesbischof Kirchenprominenz ist gekommen

Der Vater dreier Söhne ist Sozialethiker, was ihn mit dem katholischen Kardinal von München, Reinhard Marx, verbindet. Der war ebenfalls nach Nürnberg gekommen, wo traditionell die bayerischen Landesbischöfe ins Amt eingeführt werden, und ließ den Kollegen wissen, dass sie Bayern gemeinsam gerne zum neuen "sozialethischen Zentrum" machen könnten. "Why not", sagte Marx. Auch Seehofer spielte darauf an. Er sehe in Bedford-Strohm einen "Verbündeten", sagte er, da er ein Anhänger der christlichen Soziallehre sei.

Kirchenprominenz ist gekommen, Politiker und allerhand Größen der Gesellschaft. Gerade noch 200 Plätze für einfache Gläubige gab es in der Lorenzkirche, die verlost wurden. Zusätzlich wurde der Gottesdienst nach draußen übertragen, wo der neue Bischof das Abendmahl austeilte. In der evangelischen Kirche wird der Bischof nicht geweiht, sondern in sein Amt eingeführt. Andere Bischöfe und Mitglieder der Landessynode und des Landeskirchenrates legten Bedford-Strohm die Hände auf und segneten ihn. Bischof Ulrich legte ihm das Kreuz um, das schon Bedford-Strohms Vorgänger getragen hatten.

Bier und Bratwürste gab es anschließend, ein Fest für den neuen Oberhirten der 2,6 Millionen evangelischen Christen in Bayern. Nebenan fand derweil der offizielle Festakt statt. Landtagspräsidentin Barbara Stamm unterstützte Bedford-Strohms Anliegen, Christen sollten sich politisch einmischen. "Es ist unsere Aufgabe, die Menschen wieder einzubinden", sagte sie. Nürnbergs Oberbürgermeister und Städtetagspräsident Ulrich Maly sagte, dass es in der Gesellschaft ethisch-moralische Autoritäten brauche, die die Richtung wiesen.

Seinen Amtssitz hat der Landesbischof in München, bislang lebte die Familie Bedford-Strohm in der Nähe von Coburg. In der Coburger St. Morizkirche war Bedford-Strohm von 1997 bis 2004 Gemeindepfarrer, seitdem ist der Professor an der Universität Bamberg und seit 2008 außerdem außerordentlicher Professor an der Universität Stellenbosch in Südafrika.