"Neue Mitte" Museumsareal:Visionen auf Probe

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Die CSU will die Barer Straße versuchsweise zwei Monate lang für Autos sperren. Zwischen den Pinakotheken soll eine "neue Mitte" entstehen.

Alfred Dürr

Die Barer Straße wird versuchsweise zwei Monate lang zwischen der Theresien- und der Gabelsbergerstraße für Autos gesperrt. Nur die Trambahn darf noch durchfahren. Zwischen der Alten Pinakothek und der Pinakothek der Moderne (PDM) entsteht ein Platz für Fußgänger, eine "neue Mitte" für das Museumsareal in der Maxvorstadt. Auf die Grünfläche vor dem Haupteingang der PDM kommen Gerüste, die die Ausmaße der neuen Erweiterungsbauten simulieren. Gedacht sind diese künftigen Kuben als zentrale Informationsstelle für Museumsbesucher, und dort soll auch zusätzlicher Ausstellungs- und Depotplatz für die unter großer Raumnot leidende PDM geschaffen werden.

"Neue Mitte" Museumsareal: Der Plan: Die Barerstraße (vorne) wird Fußgängerzone. Vor den Haupteingang der Pinakothek der Moderne (rechts) kommen Neubauten.

Der Plan: Die Barerstraße (vorne) wird Fußgängerzone. Vor den Haupteingang der Pinakothek der Moderne (rechts) kommen Neubauten.

(Foto: Simulation: oh)

So jedenfalls stellen sich das die beiden CSU-Politiker Ludwig Spaenle und Mario Schmidbauer vor. Als Vorsitzender des Landtagsausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur will Spaenle die Visionen zur Neugestaltung des Kunstareals um die drei Pinakotheken jetzt im Maximilianeum zum Thema machen. Schmidbauer, der baupolitischer Sprecher seiner Fraktion im Stadtrat, drängt auf den Testbetrieb mit der neuen Verkehrsführung im Bereich der Barer Straße: "Das funktioniert sicher sehr gut." Schon vor zwei Monaten hatte Grünen-Stadträtin Sabine Krieger beantragt, die Verwaltung soll die Pläne für das Umfeld der Museen und deren Auswirkungen darstellen.Damals hatte die Stiftung der Pinakothek der Moderne die Öffentlichkeit mit spektakulären Ideen überrascht.

Keine Vorschläge zur Finanzierung

Der Münchner Architekt Gunter Henn präsentierte im Auftrag der Stiftung die Idee eines "Center of Gravity", das im Bereich der Barer Straße den Mittelpunkt eines zusammenhängenden Kulturgeländes bilden soll. Außerdem legte Henn den ersten Entwurf für eine Weiterentwicklung der PDM vor. Diese neuen baulichen Strukturen seien so grandios, dass sie nicht nur auf dem Papier existieren sollten, sagen Spaenle und Schmidbauer. Mit kleinmütigen Bedenken zerstöre man leicht eine wichtige Initiative zur Verbesserung des Pinakotheken-Umfelds.

Klein und unbedeutsam sind diese Einwände gegen das Projekt freilich nicht. So gibt es zum Beispiel noch keine Vorschläge zur Finanzierung. Nach wie vor sind außerdem die Planungen des Museumsarchitekten Stephan Braunfels gültig, die einen Ausbau der PDM mit einem L-förmigen Gebäudekomplex entlang der Gabelsberger- und der Türkenstraße vorsehen. Schließlich ist es schwer nachzuvollziehen, dass ausgerechnet in die Grünfläche vor dem Haupteingang der PDM gebaut werden soll.

Alles lösbare Probleme, behauptet Spaenle. Hauptsache, die ersten Schritte würden bald getan. Im Herbst ist das wohl das zentrale Thema bei der geplanten Expertenbefragung zur Aufwertung der Museumsmeile.

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