Nachruf Großbäcker Müller ist gestorben

Hans Müller ist tot: Seine Müller-Brot GmbH gehörte zu den führenden Großbäckereien Europas. Täglich wurden dort rund eine Million Brezen produziert.

(Foto: Imago)

Ein Mann der großen Worte war Hans Müller nie, nicht, als sein Back-Imperium mit 400 Filialen, 3000 Mitarbeitern und 400 Millionen Euro Umsatz im Jahr zu den größten in Europa zählte. Und auch dann nicht, als die Müller Brot GmbH nach dem Verkauf von den Nachfolgern in Grund und Boden gewirtschaftet wurde. Jetzt ist der einstige "Brezn-König" im Alter von knapp 87 Jahren gestorben. Müller hatte mit 19 Jahren die Bäckerei der Eltern in Giesing übernommen, aber schon bald auf andere Größenmaßstäbe gesetzt. Er gründete in Neufahrn eine Großbäckerei, in der er die erste vollautomatische Semmelproduktionsanlage der Welt aufstellte, um Supermärkte mit seinen Backwaren zu beliefern. In den Siebzigerjahren kam eine eigene Filialkette dazu. Anfang 2000 war die Firma die Nummer vier unter Europas Großbäckereien. 2003 verkaufte Müller sie an einen, wie er glaubte, branchenerfahrenen Manager. Das bezeichnete er später als großen Fehler. 2012 machte das Unternehmen Schlagzeilen mit einem Hygieneskandal und musste Insolvenz anmelden. Im gleichen Jahr starb Müllers Sohn Hansi mit 45 Jahren. Müller lebte da schon zurückgezogen auf einem alten Gutshof am Starnberger See. Als seine Tochter Eva zusammen mit dem Münchner Bäcker Franz Höflinger im gleichen Jahr einen Teil der Firma zurückkaufte, mag das eine kleine Genugtuung für ihn gewesen sein. Die Beerdigung findet am Montag, 24. Juni, um 13.30 Uhr auf dem Ostfriedhof statt.