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Nachruf:Der Bürgermeister vom Hasenbergl ist tot

Rudolph Kühnels Engagement für den Münchner Stadtteil Hasenbergl hat sich bis in die Bundeshauptstadt herumgesprochen. "Von dir habe ich eine Menge gehört", sagte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt 1978, als er das Hasenbergl besuchte und von Kühnel begrüßt wurde.

Es gibt nur wenige Politiker, die sich so für das Hasenbergl eingesetzt haben wie Rudolph Kühnel. Der SPD-Politiker hat als Stadtrat und Bezirksausschussvorsitzender etwa den U-Bahn-Bau der U 2 in den Münchner Norden vorangetrieben. Kühnel hatte in den Sechzigerjahren das erste Bürgerfest im Hasenbergl mitorganisiert und später einen Schönheitswettbewerb eingeführt. Eine Reise war damals der Hauptgewinn der Miss-Wahl. Die Idee: "Auch Arbeiterkinder sollten in den Urlaub fahren können." Einer seiner Weggefährten über 50 Jahre hinweg, Reinhard Bauer, beschreibt ihn als einen ruhigen, bedächtigen Mann, dem der persönliche Kontakt sehr wichtig war und dem das Hasenbergl Zeit seines Lebens am Herzen lag.

Kühnel war Geschäftsführer der Bavaria Druck. Seit 1971 leitete er die Druckerei, in der er 1952 seine Ausbildung begann. Am vergangenen Freitag starb der Lokalpolitiker und dreifache Vater im Alter von 82 Jahren.

© SZ vom 25.02.2020 / SZ
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