Nach Mordverdacht:Aßlinger in Thailand auf Kaution entlassen

Der 21-jährige Aßlinger, der in Thailand verdächtigt wird, den Tod seines Freundes mitverschuldet zu haben, ist auf Kaution entlassen worden und untergetaucht.

Thomas Daller

Der Tatverdächtige hat 175.000 Bath Kaution hinterlegt, umgerechnet etwa 3695 Euro, und ist daraufhin aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, berichtet die örtliche Zeitung Phuket Gazette. Kulthon Chalaadphate, Polizeipräsident des Thai Muang Polizeidistrikts, hat laut Phuket Gazette den Verdacht geäußert, der Reisepass, den der Aßlinger hinterlegt habe, könnte gefälscht sein.

Es gebe Unstimmigkeiten beim Passfoto, wird er der Polizeipräsident zitiert. Die Polizei habe derzeit keine Kenntnis über den Aufenthaltsort des 21-Jährigen. Er müsse sich aber bei den Behörden melden, sobald die Gerichtsmediziner ihre Untersuchungen zu dem Fall abgeschlossen haben.

Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes der Ebersberger SZ sagte, wisse man von offizieller Seite nichts von Zweifeln gegenüber dem hinterlegten Reisepass. "Wir sind mit dem Fall befasst und stehen mit den dortigen Behörden in Kontakt", hieß es auf Anfrage. Der Aßlinger befinde sich auf freiem Fuß, die Untersuchungsberichte der Forensik seien bislang noch nicht abgeschlossen.

Auch die Staatsanwaltschaft München II ist im Rahmen der Rechtshilfe eingeschaltet. Sobald die Leiche nach Deutschland überführt ist, soll sie erneut obduziert werden.

Laut einem vorläufigen Untersuchungsbericht ist der 22-jährige Großkarolinenfelder, mit dem der Aßlinger Urlaub in Khao Lak machte, nachts im Meer ertrunken. Rätselhaft sind allerdings die Kopfverletzungen der Leiche. Es gibt zu dem Fall eine Unfallhypothese, wonach der Großkarolinenfelder betrunken geschwommen und von der Brandung mit dem Kopf gegen einen Felsen geworfen worden sei.

Er könnte daraufhin ohnmächtig geworden und ertrunken sein. Die Polizei hält jedoch eine Körperverletzung mit Todesfolge für wahrscheinlicher. Sie stützt sich dabei auf Zeugenaussagen einer Gruppe von Thais, die mit den beiden Oberbayern in der fraglichen Nacht am Strand gefeiert haben. Demnach habe es Streit zwischen den beiden Touristen gegeben.

Sie hätten sich von der Gruppe entfernt und der Aßlinger sei danach alleine und aufgewühlt zurückgekommen. Der Tatverdächtige selbst hat nach Angaben von thailändischen Medien bei der Polizei ausgesagt, er sei stark betrunken gewesen und könne sich an nichts erinnern.

Falls sich der Verdacht der Polizei erhärten sollte, sagte Polizeipräsident Kulthon, dass der 21-Jährige seinen Freund mit einem Stein niedergeschlagen habe, der daraufhin bei Flut ertrunken sei, müsse der Aßlinger mit mindestens zehn Jahren Haft rechnen.

© SZ vom 29.05.2009/sonn
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