München wirbt in Dubai Honeymoon an der Isar

Ein Brautpaar am Königsplatz in München. Das Tourismusamt wirbt jetzt in Dubai für die Stadt als Hochzeitsort.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der Staat zahlt in Dubai jedem Paar, das heiratet, Geld - um zu feiern und für die Hochzeitsreise. Das hat auch das Wirtschaftsreferat der Landeshauptstadt mitbekommen und wirbt jetzt in Dubai für München als Hochzeitsstadt.

Von Katja Riedel

Shaikh Hamdan Bin Mohammad Bin Rashid Al Maktoum, seines Zeichens Kronprinz von Dubai, gefällt das. So ist es auf der Facebook-Seite der Dubaier Brautmesse, der "Bride Show", zu lesen. Hochzeiten genießen in Dubai höchste Wertschätzung des Staates, jedes Paar bekommt ein Geldgeschenk, um kräftig zu feiern, und auch eine traumhafte Hochzeitsreise lässt das Budget zu.

Davon hat man auch im Münchner Wirtschaftsreferat Wind bekommen, genauer gesagt im Tourismusamt. Eine Münchner Delegation präsentiert darum seit Dienstag München als Hochzeitsstadt. Gemeinsam mit dem Flughafen und dem Reiseveranstalter Al Rais startet die Stadt eine Honeymoon-Kampagne. Wer einmal in München die romantischsten Tage des Lebens verbracht hat, so die Logik dahinter, der kommt immer wieder.

Schon jetzt zählen Gäste aus Golfstaaten zu den stärksten Besuchergruppen. 2013 haben arabische Touristen 526 000 Mal in Münchner Hotels übernachtet - eine Steigerung um mehr als 18 Prozent binnen eines Jahres. Auch für den Flughafen werden Verbindungen nach Dubai immer wichtiger, mehrmals täglich fliegen große Maschinen direkt. In nur vier bis fünf Stunden lässt sich die Strecke so bewältigen, die Touristen schätzen es, in Sicherheit und bei gemäßigten Temperaturen die schönsten Tage des Jahres zu verleben.

500 bis 1000 Euro pro Tag ausgeben

Vermögende Großfamilien reservieren ganze Etagen teurer Luxushotels und machen nicht nur Urlaub, sondern auch Geschäfte. Von den zahlungskräftigen Kunden profitieren auch Besitzer teurer Luxusboutiquen: Ein arabischer Tourist gebe pro Tag 500 bis 1000 Euro aus, heißt es bei City-Partner. Beliebt sind arabische Selbstzahler auch bei Fachärzten, besonders bei Schönheitschirurgen. Denn mancher Tourist bringt statt eines Maßkruges lieber eine neue Nase mit nach Hause. Mancher hat für Stammkunden gar schon eine lukrative Dependance in Dubai eingerichtet.

Damit noch mehr Dubaier München schätzen lernen, hat das Tourismusamt eine Broschüre entworfen. 10 000 Exemplare gehen demnächst in Druck. Sonnenuntergangsrot dominiert die Seiten, auf denen sich "Romantic Jewels in Bavaria" ballen: Seen, Königsschlösser - und Luxushotels, vom Münchner Vier Jahreszeiten bis zur Überfahrt am Tegernsee. "Salaam aleikum", grüßt die Münchner Silhouette.