Mario Barth in München Kein Witz, ey

Er ist der Geschlechter-Versteher: Mario Barths Erfolgsrezept ist einfach - er hat eine Freundin, die alle denkbaren Übel der weiblichen Bevölkerung in sich vereint.

Von Katharina Riehl

Witze, die einem zu Mario Barth einfallen, sind in etwa so originell wie die Witze, die Mario Barth einfallen: Mario Barth spricht gern über die einfachen Dinge des Lebens, über Sicherheitskontrollen am Flughafen, Einkäufe im Baumarkt, Probleme beim Einparken, über Männer - und am allerliebsten redet Mario Barth über Frauen.

Über seine Freundin, die - sehr praktisch für Mario Barth und sein Programm - alle denkbaren Übel der weiblichen Bevölkerung in sich zu vereinen scheint.

Wenn Mario Barth nach München kommt, um von dieser Freundin zu erzählen, die einfach beim besten Willen nicht kapieren will, wie man jemanden erfolgreich in eine Parklücke winkt, dann tritt er nicht etwa im Schlachthof auf: Nein, Mario Barth füllt die Olympiahalle - an zwei Abenden in Folge.

"Ich bin aber nicht so wie die"

Die Fans von Mario Barth sind jung, fast auf allen Plätzen des Halle sitzen Pärchen um die 30. Die Männer lachen und johlen, als würde endlich mal ein Mann stellvertretend das sagen, was sie sich selbst seit Jahren nicht trauen: Dass sie die Freundin natürlich schon lieb haben und so, sie aber eigentlich am liebsten überfahren und es wie einen Unfall aussehen lassen würden. In ihren Armen lachen die Freundinnen.

Erst nachdem Mario Barth die Bühne verlassen hat - das verspricht er selbst seinen Gästen noch für den Heimweg - werden sie sich bei ihren Männern unterhaken und flüstern: "Ich bin aber nicht so wie die."

Mario Barths Rezept ist denkbar einfach. "Klar, jeder von euch war doch schon mal am Flughafen", sagt er. Das reicht, bereits da kichern die ersten in sich hinein. Ja klar, am Flughafen, da waren sie schon, und der Mario hat da bestimmt ganz besonders lustige Dinge erlebt. Persönlich erlebt. Alles. Genau so. "Kein Witz, ey", sagt er, "is echt genauso passiert".

Mario Barths Witze sind nicht nur einfach gebaut, sie sind sich vor allem schrecklich ähnlich - so dass man schon nach wenigen Minuten Show bei jedem Satzbeginn einen ziemlich sicheren Verdacht hat, wo dieser Satz wohl enden könnte: Denn was sonst sollte Mario Barths Freundin an einer Tankstelle tun, als ein paar Liter Diesel in Mario Barths Benziner zu tanken?

Frauen und andere Randgruppen

Doch - und das ist die gute Nachricht - auch wer nicht über jeden Scherz im dafür vorgesehenen Maße lachen kann, geht an diesem Abend zumindest nicht nach Hause, ohne ein paar Dinge über Flughäfen und Baumärkte, über Frauen und andere Randgruppen gelernt zu haben:

1. Frauen reden viel. 2. Frauen packen viel ein, wenn sie in Urlaub fahren. 3. Frauen haben viel unnützen Kram in ihrer Handtasche. 4. Frauen können nicht Autofahren. 5. Frauen klammern. 6. Schweizer sind langsam. 7. Alle Türken sind Paketboten, Security-Männer oder Supermarktkassiererinnen bzw. 8. alle Paketboten, Security-Männer und Supermarktkassiererinnen sind Türken - wie auch immer sprechen 9. all diese Menschen gebrochen und für einen Bundesbürger nur mit großer Mühe verständliches Deutsch und sind mit den Aufgabenstellungen, die ihr Beruf mit sich bringt, heillos überfordert.

"Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch" heißt das Programm. Aber jetzt besser keine Witze über Mario Barth.