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Unterschleißheim:Geteiltes Land im Spiegel der Karikatur

Ein schwieriges, schmerzhaftes, mitunter auch groteskes Kapitel deutscher Zeitgeschichte thematisiert eine aktuelle Ausstellung in Unterschleißheim: In "Deutschland/Deutschland - Trennung und Wiedervereinigung im Spiegel der Karikatur" beschäftigen sich 37 internationale Zeichner mit der Zeit von 1949 an über den Bau der Berliner Mauer 1961 bis zur Wiedervereinigung im Oktober 1990. Die Ausstellung im Bürgerhaus bietet eine große Bandbreite des Mediums: Karikaturen sind ja gezeichnete Kurzkommentare und haben den Anspruch pointiert auf den Punkt zu bringen, was manchem Leitartikel nicht gelingt. Anstelle nüchterner Dokumentation setzen sie auf Spott, Ironie und bissige Satire mit dem Weichzeichner der Kunst. Sie sind zudem ein Spiegel für Meinungs- und Pressefreiheit - die Karikatur in der DDR hatte es schwer. Erst nach 1989 konnte sie sich in einer nun freien Presse landesweit entsprechend entfalten. Die Bilder in "Deutschland/Deutschland" lassen unter anderem Konrad Adenauer und Walter Ulbricht, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Erich Honecker wiederauferstehen. Die Ausstellung dauert bis Dienstag, 22. September. Der Eintritt ist frei.

© SZ vom 11.09.2020 / wat

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