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Unterschleißheim:Die Frage, wo künftig die Musik spielt

Bekommt die städtische Unterschleißheimer Musikschule beim Neubau der Michael-Ende-Grundschule ihre eigenen Verwaltungs- und Kursräume? Diese Frage wird derzeit unter finanziellen Gesichtspunkten im Rathaus neu bewertet, nachdem an den bisherigen Baukosten des Projekts von rund 75 Millionen Euro ein Drittel eingespart werden soll. Im Stadtrat haben die Grünen nun aber auch den Aspekt angeregt, ob die Musikschule überhaupt dort eigene Räume braucht.

Tino Schlagintweit (Grüne) argumentierte, dass eine Musikschule doch auch als "Fortsetzung der Schule" auf musischem Gebiet gesehen werden könne. Daher böte sich bei einer Neuplanung der Michael-Ende-Schule "die fantastische Chance, den Musikschul-Betrieb so einzubinden, wie es sinnvoll wäre", warb er: als integrierter Bestandteil der Schule. Die Musikschule hat derzeit ihren Sitz in der Johann-Schmid-Schule und ist ansonsten verteilt auf diverse städtische Gebäude.

Beim Neubau der Michael-Ende-Schule war vorgesehen, die Sporthalle um zwei Geschosse aufzustocken, um dort Musikschule und Stadtkapelle neu und bedarfsgerecht anzusiedeln und den beiden Einrichtungen sowie weiteren Chören in der Stadt Räume zur Verfügung zu stellen - separate Übungsräume, an denen fleißig gesungen und musiziert wird, Orte, wo Instrumente gelagert werden können, und die im Idealfall mit ihrem speziellen inspirierendem Ambiente den musischen Geist beflügeln.

Mit dem Beschluss, 25 Millionen Euro Baukosten einzusparen, steht diese Planung nun wieder in Frage. Untersucht werden sollen vorerst drei Optionen: auf die Ansiedlung der musischen Institutionen komplett zu verzichten, den Gebäudekomplex erst in einigen Jahren nachzuziehen, wenn sich die Finanzsituation stabilisiert und erholt haben wird, oder aber, den Raumbedarf stärker in das Platzangebot der Schule einzubeziehen und so zusätzliche Räume gleichsam obsolet zu machen, wofür sich die Grünen schon jetzt stark machten.

© SZ vom 12.04.2021 / kbh
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