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Ausblick 2016:Baubeginn in der neuen Ortsmitte

Allianz-Campus Unterföhring

Das neue Zentrum am S-Bahnhof soll den alten Ort und die neuen Gewerbebauten östlich der Bahnlinie verbinden.

(Foto: Allianz Deutschland)

Mit der Errichtung des Gebäudes für Volkshochschule und Musikschule am S-Bahnhof wird heuer der Grundstein gelegt für das künftige Zentrum Unterföhrings

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

2016 wird ein gutes Jahr für die Volkshochschule (VHS) im Norden des Landkreises München am Standort Unterföhring. Heuer steht nämlich der erste Spatenstich für ein Zentrum der Erwachsenenbildung an. In der neuen Unterföhringer Ortsmitte zwischen S-Bahnhof und Föhringer Allee entsteht ein großzügiger Neubau, in dem auch die örtliche Musikschule Räume beziehen kann. Für Lothar Stetz, den Direktor der VHS Nord, erfüllt sich damit ein lang gehegter Wunsch.

Die Suche nach neuen Räumlichkeiten für die Volkshochschule in Unterföhring zieht sich jetzt schon mehr als 20 Jahre hin. Deshalb sei es großartig, dass die Gemeinde nicht nur einen idealen Standort direkt an der S-Bahn gefunden habe, sondern dass der Bau eines neuen Bildungszentrums in absehbarer Zeit konkret beginnen werde, sagt Stetz. "Für die VHS bedeutet das einen Quantensprung in Unterföhring."

Derzeit ist das Angebot der Erwachsenenbildung auf fünf Unterrichtsorte verteilt: das VHS-Gebäude an der Münchner Straße, die Grundschule, das Bürgerhaus, die Altenwohnanlage St.-Valentin-Hof und die Sporthalle. Nach den Worten von Lothar Stetz bereiten weniger die vielen verschiedenen Schulungsorte Probleme als der erhöhte Betreuungsaufwand und die eingeschränkten Möglichkeiten, die sich daraus ergeben: So seien zum Beispiel die Räumlichkeiten nur zu bestimmten Zeitfenstern zu nutzen und auch die eigenen Räume der VHS seien zu klein für viele Angebote. Außerdem gibt es laut Stetz ohnehin zu wenig Fachräume in Unterföhring.

Ist das neue Volkshochschulgebäude erst einmal fertig, dann wird allein durch die Nachbarschaft zur Musikschule ein neues kulturelles Zentrum in der Ortsmitte geschaffen, das mit Sicherheit hoch attraktiv für die Bürger in Unterföhring sein wird, da ist sich Stetz sicher. "Die Erfahrungen in Ismaning mit dem Kultur- und Bildungszentrum Seidl-Mühle haben gezeigt, wie stark die Nachfrage mit dem Bezug attraktiver Räumlichkeiten ansteigt", sagt der Chef der Volkshochschule.

Deshalb sei es Ziel der VHS, das Angebot in Unterföhring auszubauen und um neue Möglichkeiten zu erweitern. Einer der Schwerpunkte in Unterföhring wird sein, den Bereich Kultur und Gestalten auszubauen. Dazu wird es Ateliers, Werkstätten, Räumlichkeiten für Bewegung und Tanz, eine eigene Lehrküche in dem neuen Gebäude geben. Und: "Wir werden Kooperationen mit der Musikschule suchen, die dieses neue Zentrum zu einem lebendigen kulturellen Treffpunkt für Unterföhring entwickeln sollen. Wenn alles so läuft, wie wir uns das nach dem Architektenwettbewerb vorstellen, wird ein großartiger Treffpunkt in der geplanten Unterföhringer Ortsmitte entstehen", prophezeit Stetz. Darauf hoffen auch die Lokalpolitiker in der Mediengemeinde. Und haben sich in ihrer letzten Sitzung vor dem Jahreswechsel für den Umzug des Rathauses in das neue Zentrum unweit des Bahnhofs ausgesprochen, was das Gebiet freilich noch einmal mehr beleben dürfte.

2016 wartet eine lange Liste mit Projekten auf die Unterföhringer: So muss nach Auskunft von Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft, PWU) die Kläranlage erweitert werden, der Brandschutz im bestehenden Rathaus erfordert eine Ertüchtigung, und mit der Sanierung des Sportzentrums wird im ersten Halbjahr begonnen. Zudem werde man sich mit den Planungen für eine zweite Grundschule beschäftigen müssen und mit den Plänen für einen neuen Bauhof. Darüber hinaus steht der kommunale Wohnungsbau ganz oben auf der Agenda: Am Gernweg will die Gemeinde weitere etwa 20 Wohnungen in familientauglicher Größe für Einheimische errichten. Mit dem Abriss des Hotel-Gasthofes "Zum Gockl" wird es dagegen 2016 noch nichts werden, glaubt Kemmelmeyer. Der leer stehende Kasten wird wohl erst einmal stehen bleiben, ehe er nach Beschluss des Gemeinderates abgerissen und wieder aufgebaut wird.

© SZ vom 13.01.2016
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