Radikale Fußballfans in München:Nervös oder frierend?

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Radikale Fußballfans in München: Streetworker Günter Kraus in seinem Büro am Johannisplatz. Er betreut die Fans des FC Bayern München und des TSV 1860 München.

Streetworker Günter Kraus in seinem Büro am Johannisplatz. Er betreut die Fans des FC Bayern München und des TSV 1860 München.

(Foto: Stephan Rumpf)

Viele Fans sagen, dass die Allianz Arena viel zu steril sei und dass die ganze Ultra-Kultur seit dem Umzug fast schon dressiert sei, da die Polizei das gesamte Stadion lückenlos überwachen kann. In der Tat kam es drinnen in der Arena auch noch nie zu einem Zwischenfall, nur außerhalb.

Als letzte verlässt die Schickeria nach dem Spiel das Stadion. Nachdem alle Fan-Utensilien in Sicherheit gebracht sind, werden die Ultras wieder von den Beamten zum Parkplatz eskortiert. "Capo" Ben ist schon ungeduldig: "Gehen wir endlich!", treibt er seine Leute an. Die begleitenden Polizisten sind leicht nervös. Oder liegt es an der eisigen Kälte, dass sie so herumzappeln? Auf dem Parkplatz warten die Schickeristen, die derzeit Stadionverbot haben; aktuell sind das zehn. Gemeinsam fahren alle weiter ins Sendlinger Vereinsheim, um den 5:1-Sieg gegen Kaiserslautern zu feiern.

Am Ende des Tages bilanziert die Polizei: eine Verhaftung, eine Prügelei zwischen 20 Lautern- und 20 Bayern-Fans, die jedoch nichts mit der Schickeria zu tun haben - zwei Festnahmen. Ein verletzter Ordner, der von Ultras in der Südkurve niedergerissen wurde. Streetworker Krause und Polizist Röschinger sind sich einig: Ein ruhiger Spieltag.

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