Nahverkehr Nachjustieren unter Zeitdruck

Landrat Göbel will MVV-Tarifreform verbessern, aber nicht gefährden

Bei einer Gegenstimme hat der Mobilitätsausschuss des Kreistags die Abstimmung über die Tarifreform nach zweistündiger Diskussion vertagt und Landrat Christoph Göbel (CSU) zurück an den Verhandlungstisch geschickt. Lediglich Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) sprach sich dafür aus, den vorliegenden Entwurf sofort zu beschließen und die Reform nicht auf den "Sankt-Nimmerleins-Tag" zu verschieben.

Göbel selbst hatte in der Sitzung am Mittwochnachmittag eine Nachverhandlung vorgeschlagen, nachdem CSU, Freie Wähler, Grüne und SPD entsprechende Anträge eingereicht hatten. Er sieht eine Chance zur Nachjustierung, nachdem Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine umfangreiche Reform samt Flatrate für den gesamten MVV-Raum in Aussicht gestellt hatte. Der Landrat holte sich nun das Votum des Gremiums, um vor allem bei den Tarifsprüngen nachzubessern und besondere Belastungen durch eine Erhöhung der Ticketpreise in manchen Kommunen zu beseitigen. Gutachter sollen möglichst schnell berechnen, was solche Änderungen kosten würden. Zahlen aber soll die zusätzliche "Erlösminderung" der Freistaat.

Göbel drückt bei den Beschlüssen aufs Tempo, da eine solche angepasste Reform, die Göbel als erste Stufe bezeichnet, spätestens bis Dezember 2019 in Kraft treten soll. Vom Beschluss bis zur Umsetzung rechnet Göbel mit einem Jahr. Eine Sondersitzung des Kreistags müsse daher spätestens im November stattfinden.

Auch inhaltlich hat Göbel Ideen zur Nachjustierung: So könnten in dem ersten Schritt von 2019 an jeweils vier Ringe eine Zone bilden, damit hätte man nur drei Tarifzonen statt sechs. Zudem stellt er sich "Übergangszonen" bei Ring vier und fünf, acht und neun sowie zwölf und dreizehn vor. In einer zweiten Reformstufe könnten die Zonen vergrößert und Flat-Tarife eingeführt werden, entscheidend soll die Entfernung vom M-Mittelpunkt sein. Die komplette Flatrate käme erst mit dem Ausbau der Infrastruktur.