Mobilität:Per Anhalter durchs Voralpenland

Mitfahrbankerl in Höhenkirchen, 2019

Noch ein seltener Anblick im Landkreis: eine Mitfahrbank in Höhenkirchen-Siegertsbrunn.

(Foto: Claus Schunk)

Umfrage der Energieagentur zu Mitfahrbänken ergibt viel Zuspruch und Anregungen für weitere Standorte

Wie sich das Angebot der Mitfahrbänke in Zukunft verbessern lässt, ist Hintergrund einer Umfrage, welche die Energieagentur Ebersberg-München von Anfang April bis Mitte Mai vornahm. Inzwischen sind die Ergebnisse ausgewertet. "Neben konstruktiven Verbesserungsvorschlägen hat sich ein insgesamt positives Gesamtfazit ergeben", sagt Felix Wiesenberger, Mobilitätsberater bei der Energieagentur.

Mitfahrbänke gibt es im Großraum München bisher vor allem in den Landkreisen Ebersberg und Fürstenfeldbruck, im Landkreis München immerhin in Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Sauerlach. Sie bieten Menschen in Gegenden mit seltenen Busverbindungen Gelegenheit, sich von Autofahrern mitnehmen zu lassen.

Von den 513 an der Umfrage teilnehmenden Menschen hat rund ein Fünftel die Bänke bereits genutzt - sei als Mitfahrer oder selbst als Fahrer. Die überwiegende Mehrheit von ihnen (88 Prozent) hat mit den Mitfahrbänken zudem bisher positive Erfahrungen gemacht. Von denjenigen, die bisher das Angebot noch nicht genutzt haben, können sich 71 Prozent vorstellen, die Mitfahrbänke in Zukunft zu nutzen. "Die Mitfahrbänke sollen nicht nur den Menschen, die über kein eigenes Auto verfügen, eine bessere Mobilität ermöglichen, sondern auch mithelfen, das eigene Auto häufiger stehen zu lassen und Strecken gemeinsam als spontane Fahrgemeinschaft zurückzulegen", erklärt Wiesenberger. "Für die Zeit nach Corona ist dieses Ergebnis deshalb ein sehr ermutigendes Zeichen."

Kritik kam vor allem an den Standorten und der Sichtbarkeit auf. So gaben 38 Prozent der Teilnehmenden an, dass die Bänke schlecht im öffentlichen Raum eingebunden seien. Mit überarbeiteten Schildern soll bereits kurzfristig eine Verbesserung erreicht werden, verspricht Wiesenberger und ergänzt: "Angesichts der Kritik muss umso besser darauf geachtet werden, dass bei der Aufstellung weiterer Mitfahrbänke die weite Sichtbarkeit im Vordergrund steht und die Standorte nicht nur den Menschen vor Ort bekannt sind."

Das Konzept ist nicht nur auf die Region beschränkt, sondern lässt sich auch auf andere Gebiete übertragen und soll beim Aufbau eines Mitfahrbank-Netzes helfen. Dass dieses im Großraum München noch dichter wird, daran gibt es für Felix Wiesenberger keinen Zweifel: "Durch die Umfrage haben wir rund 50 neue Standortvorschläge erhalten. Das zeigt, dass die Menschen das Konzept nutzen wollen und noch weiter ausgebaut werden sollte."

Die Umfrage ist Teil eines grenzübergreifenden Projekts der EU, um das Mobilitätsverhalten im Alpenraum zu analysieren und Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten.

© SZ vom 08.07.2021 / SZ
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