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Mit Stromern unterwegs:Kreis fördert E-Mobilität als Teil der Energievision

Von Stefan Galler, Landkreis

Ende Juli hatten sich Christoph Nadler und Markus Büchler, der Grünen-Fraktionschef und sein Stellvertreter im Kreistag des Landkreises München, mit einem ganzen Packen Anträge auf den Weg ins Landratsamt gemacht. Es ging um die Förderung der Elektromobilität, darum, dass der Landkreis Fahrzeuge kaufen solle, die nicht mit fossilen Brennstoffen fahren, dass es mehr Elektro-Ladestationen im Landkreis geben müsse und dass die Anschaffung von Elektroautos durch Gewerbebetriebe analog zur Stadt München finanziell gefördert werden solle. Und auch zum Thema E-Bikes und Pedelecs präsentierten die Grünen einige Ideen, darunter die Schaffung von sicheren und überdachten Abstellplätzen mit Lademöglichkeiten und eine Zusammenarbeit mit der Stadt beim Aufbau eines Verleihsystems der elektrisch unterstützten Fahrräder.

Wie Nadler und Büchler es erwartet hatten, zeigte sich der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur von all diesen Ideen durchaus angetan. Dennoch müssten sich die Antragsteller ein wenig gedulden, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) im Gremium, schließlich beginne noch in diesem Jahr die Überarbeitung der Energievision des Landkreises, die dazu beitragen solle, dieses Konzept in Zukunft "planvoller und mit klarer strategischer Zielsetzung umzusetzen", wie es die Verwaltung formulierte. "Eine Verschiebung bedeutet nicht, dass nichts gemacht wird", sagte Göbel. Markus Büchler war grundsätzlich mit dieser letztlich einstimmig verabschiedeten Lösung einverstanden, beharrte aber darauf, dass bei zwei Punkten sofortiger Handlungsbedarf bestehe: "Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge dürfen wir nicht aufschieben und beim Aufbau eines Verleihsystems für E-Bikes müssen wir uns an München anhängen."

Franz Reicherzer, Stabsstellenleiter Energievision im Landratsamt, konnte den Grünen-Politiker diesbezüglich beruhigen: "Bei allen Liegenschaften des Landkreises werden schon jetzt die Möglichkeiten für Ladestationen vorgerüstet", sagte er. Und was die Münchner E-Bike-Pläne angeht, so sei er natürlich willens, sich von den Kollegen aus der Landeshauptstadt telefonisch auf den neuesten Stand bringen zu lassen. "Wir müssen halt noch klären, ob im Landkreis wirklich schon Bedarf besteht, ob es in Stadt und Kreis gleiche Voraussetzungen gibt und wie weit man in München mit dem Konzept schon ist", so Reicherzer.

© SZ vom 22.09.2015
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