Kulturtipp:Worte der Freiheit

(Foto: Veranstalter)

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Ernst-Mach-Gymnasiums in Haar haben aus den Worten des inhaftierten türkischen Schriftstellers Ahmet Altan einen 24-Stunden-Lesemarathon entwickelt

Gefangenschaft ist die zwanghafte Beschränkung von Freizügigkeit - zu sagen und zu tun, was einem beliebt und am Herzen liegt, für seine Überzeugungen einzutreten, für seine Talente und Ideale, zu gehen, wohin man will. Gleichwohl bedeutet Gefangenschaft nicht zwangsläufig die Abwesenheit von Freiheit. "Ich schreibe dies in einer Gefängniszelle. Aber ich bin nicht im Gefängnis. Ich bin Schriftsteller. Sie können mir am Ufer des Amazonas begegnen, an einem mexikanischen Strand, in den Savannen Afrikas. (...) Sie mögen die Macht haben, mich ins Gefängnis zu sperren; im Gefängnis halten können sie mich nicht." Das sind die Worte des türkischen Schriftstellers Ahmet Altan. Seit 2018 ist der 70-Jährige in der Türkei in politischer Gefangenschaft. Im gleichen Jahr erschien sein Buch "Ich werde die Welt nie wieder sehen. Texte aus dem Gefängnis", aus dem jene Zeilen stammen. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Ernst-Mach-Gymnasiums in Haar haben aus dieser immer gleichen Textstelle einen 24-Stunden-Lesemarathon entwickelt, angereichert mit kurzen Filmsequenzen. Was ursprünglich als szenisch-performative Aufführung geplant war, ist von diesem Freitag, 10. Juli, 19 Uhr, bis Samstag, 11. Juli, als literarische Mahnwache online zu erleben. Der Zugang erfolgt am Aufführungstag von 18.45 Uhr an über www.blickwechsel.theater oder per E-Mail an info@blickwechsel.theater. Die Zugangsdaten werden zugesandt.

© SZ vom 09.07.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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