Kreistag Flüchtlinge bleiben in Turnhallen

Schulbauten in Unterschleißheim und Haar werden bis Januar als Notunterkünfte gebraucht

Von Stefan Galler, Landkreis

Auch wenn der Vorfall schon ein paar Tage her ist, wollten es die Kreisräte in der Ausschusssitzung am Montag noch einmal ganz genau wissen. Und so schilderte Landrat Christoph Göbel (CSU), wie das alles gewesen ist mit der Traglufthalle in Neubiberg, dem Gasaustritt an einem Ventil der Heizung und der folgenden Evakuierung der Unterkunft. Und wie die Halle dann in sich zusammen gesunken ist und die Schäden an der Folie und an der Heizung in den folgenden Tagen repariert wurden. Am Montag konnten die Flüchtlinge in das Quartier zurückkehren. "Alle Menschen und auch die Kinder haben besonnen und völlig ruhig reagiert", so Göbel. "Diese Sache hat gezeigt, dass alles gut funktioniert, und das ist durchaus beruhigend", so der Landrat weiter.

Im Ausschuss gab der CSU-Politiker auch einen kurzen Überblick, was den Landkreis in der Asylthematik in näherer Zukunft erwartet. Dass das zugewiesene Kontingent von 111 auf 145 Flüchtlinge pro Woche erhöht wird, war den Kreisräten bereits bekannt gewesen. "Doch auch diese Zahl wird weiter steigen", sagte Göbel. Das liege daran, dass der Bezirk Oberbayern gegenüber anderen Regierungsbezirken dem Verhältnis der bayerischen Gesamtbevölkerung entsprechend mit 7000 aufgenommenen Asylbewerbern im Rückstand ist. "Das heißt, dass nun vorerst 2000 pro Woche nach Oberbayern kommen", so Göbel. Dementsprechend werde auch der Anteil für den Landkreis steigen, denn im Winter sei wegen der "winterfesten Balkanroute" nicht mit einem Nachlassen des Zuzugs zu rechnen.

Auch deshalb müssen die Schulturnhallen in Haar und Unterschleißheim bis in den Januar hinein belegt bleiben, wie der Landrat ankündigte. Die Traglufthalle in Wörnbrunn wird in dieser Woche bezogen, jene in Unterföhring in der letzten Dezemberwoche. "Einen vorübergehenden Engpass an Unterkünften könnten wir Mitte bis Ende Januar bekommen", sagte Göbel in der Sitzung.