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Kommentar:Die zwei Gesichter der SPD

Der Graben in der Partei könnte mit dem Abgang ihrer weiblichen Führungspersönlichkeiten zugeschüttet werden

Von Martin Mühlfenzl

Es scheint fast so zu sein, als gäbe es die SPD im Landkreis gleich zwei Mal. Da ist einerseits diese sehr disziplinierte, an der Sacharbeit orientierte, vom Kreisvorsitzenden Florian Schardt und den Bürgermeistern geführte Partei - und andererseits dieser völlig zerstrittene Haufen um die noch amtierende Bundestagsabgeordnete Bela Bach, die stellvertretende Landrätin Annettte Gannsmüller-Maluche und ihre Kontrahentin Natascha Kohnen, der einfach nicht zur Ruhe kommen will. Wenn sich die erste Gruppe nicht bald vollständig durchsetzt, droht dieser Kreisverband erneut schweren Schaden zu nehmen.

Das wäre insofern bitter, als sich die Sozialdemokraten nach dem für sie erschreckenden Ausgang bei der Kommunalwahl im Frühjahr 2020 unter ihrem neuen Kreis-Chef tatsächlich konsolidiert und vor allem im Kreistag zur Sachpolitik zurückgefunden haben; Wortführer sind seitdem Schardt, Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich und sein Unterschleißheimer Amtskollege Christoph Böck. Die Männer in der SPD, es kann nicht anders gesagt werden, haben das Ruder übernommen - und das in der Tat nicht zum Schaden der Partei.

In der Kreis-SPD dürften nicht wenige unüberhörbar aufatmen, wenn im Herbst das Kapitel Bela Bach ein Ende findet. Dann wird die einstige Hoffnungsträgerin mit dem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag ihre politische Karriere beenden - und als Stimme der Sozialdemokraten im Landkreis verstummen. Das kann für die Genossen eine Chance sein. Und Frieden könnte einkehren.

© SZ vom 03.05.2021
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