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Contra:Gegner

Bürgermeisterwahlen  und Landratswahlen 2014

Rüdiger Zwarg, Gemeinderat der Grünen im Gemeinderat von Kirchheim, wirbt um ein Nein beim parallel zur Bundestagswahl am nächsten Sonntag stattfindenden Bürgerentscheid zu Kirchheim 2030.

(Foto: Florian Peljak)

Grünen-Gemeinderat Rüdiger Zwarg

Warum kämpfen Sie für ein Nein beim Bürgerentscheid?

Ich habe die neue Planung von Anfang an begleitet. Wir sind die Sache 2009 mit einer breiten Bürgerbeteiligung angegangen. Für die radikale Kursänderung nach der Wahl 2014 blieb die Gemeinderatsmehrheit bis heute eine Begründung schuldig. Kirchheim 2030 angesichts dessen, was vorher erarbeitet wurde und bis vor einem Jahr noch Gültigkeit hatte, als alternativlos darzustellen, treibt mich um.

Was ist an der Planung nicht gelungen?

Die Aufteilung der Wohnformen war das Ergebnis von Beratungen im Gemeinderat und im Bürgerbeirat. Was diese gewollt haben, erkennt man in Kirchheim 2030 nicht wieder. Ziel war: hochwertige, innovative Wohnquartiere (überwiegend Häuser) und identitätsstiftende und verbindende Grünstrukturen. Jetzt wird "kompakt" gebaut: höher, dichter und bis an die Staatsstraße heran. Die Verbindung der Ortsteile wird nicht abschließend gestaltet.

Welche Nachteile ergeben sich für die Bürger, die schon jetzt in Kirchheim leben?

Wenn das Verhältnis der Wohnformen zueinander (Wohnungen zu Häusern) ins Gegenteil verkehrt wird, ändert sich der Charakter eines Ortes. Die Möglichkeit, wirklich erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, hat die Gemeinde nur bei gemeindeeigenen Wohnungen. Bei Kirchheim 2030 fallen die Baugrundstücke ohne Ausnahme an private Grundstückseigentümer. Für jeden abgegebenen Quadratmeter Wohnbauland erhält die Gemeinde noch nicht einmal 2,5 Quadratmeter Grünland und Grund für Gemeinbedarf retour. Explizit erwähnt wird das aber nirgends.

Warum sollten die Bürger das Projekt ablehnen?

Es gibt keinen Grund, sich für Kirchheim 2030 zu entscheiden. Die Befürworter verschweigen die Nachteile und haben sich 150 000 Euro für Werbemaßnahmen genehmigt. Selbstverständlich können Rathaus und Gymnasium auch ohne Kirchheim 2030 realisiert werden.