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Ausstellungstipp:Faszinierende Blautöne

Foto: privat

Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte ein englischer Forscher und Astronom ein Fotodruckverfahren, mit dem sich Bilder in faszinierenden, cyanblauen Farbtönen herstellen lassen: die Cyanotypie. Anfangs wurden damit Pflanzenstrukturen dokumentiert und Pläne vervielfältigt, doch dann geriet die Technik ins Hintertreffen. Die Belichtung erfolgte mit natürlichem Sonnenlicht - das war unpraktisch, zumal es bald elektrische Apparate für die Belichtung gab. Dennoch: Es gibt Künstler, die noch heute das Edeldruckverfahren hoch schätzten, die Münchnerin Judith Hagen zum Beispiel. Die Akademie-Absolventin verwendet das Verfahren, um Bewegungen, Strömungen, Texturen und Formen nachzuspüren. Sie experimentierte mit Abdrucken auf Porzellan und Papier; auf den Fotogrammen formen sich die charakteristischen Blautöne und Lichtzeichnungen zu scharf umrissenen, wolkigen Strukturen. Bis zum 11. Dezember stellt die 33-Jährige ihre Arbeiten im Untergeschoss des Grafik-Designbüros 84 GHz an der Georgenstraße 84, in Schwabing in der Reihe "Kultur im Keller" aus. Geöffnet ist die Ausstellung mit dem Titel "Heiter bis wolkig" werktags von 14 bis 18 Uhr.