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Hundekot-Attacke auf Briefkästen:So eine Sch...

Stinkende Post: Seit Monaten tyrannisieren Unbekannte die Haushalte in München und dem Umland, indem sie Hundekot in Briefkästen werfen. Und die Post klagt über verdreckte Förderbänder in den Verteilerzentren. Fieberhaft sucht die Polizei nach den Tätern - bislang erfolglos.

Sie kennen das ja bei der Post, vor allem jetzt im Winter, wo Silvester nicht mehr weit ist. Da landet schon mal ein Böller in den gelben Briefkästen, oder Kinder schieben Schnee durch die Schlitze. "Das ist ärgerlich", sagt Sprecher Erwin Nier, "aber damit müssen wir wohl leben."

Hundehaufen, Hundekot

Seit mehreren Wochen wirft ein Unbekannter Beutel mit Kot in Briefkästen.

(Foto: dpa)

Womit er allerdings überhaupt nicht leben kann, das ist dieser mindestens eine Verrückte, der seit Wochen durch München und das Umland zieht und Beutel voller Kot in Briefkästen wirft. Der Schaden ist groß, die Polizei steht vor einem Rätsel. Nur eines steht fest: Der Dreck besteht nicht nur aus Hundekot, sondern auch aus menschlichen Fäkalien.

Bei der Polizei hat sich das Kommissariat für Sachbeschädigung der Angelegenheit angenommen, zu jedem neu beschmutzten Briefkasten fährt außerdem die Spurensicherung. Was genau die Kollegen von der Kriminalpolizei da machen, will Polizeisprecherin Alexandra Schmeitz zwar nicht verraten. "Aus ermittlungstaktischen Gründen", wie sie sagt.

Eigentlich ist es aber auch so klar: Die Ermittler versuchen, irgendeinen Hinweis auf den oder die Täter zu bekommen. Denn bisher gibt es da nicht viel. Nicht einmal ein Motiv ist erkennbar. "Ärger auf die Post, seltsamer Humor, wir wissen es nicht", sagt Schmeitz.

Angefangen hat die Misere bereits im Sommer, bei ein paar Briefkästen im Münchner Westen sowie in den Landkreisen Starnberg und Fürstenfeldbruck. Inzwischen verteilen sich die Tatorte auch auf den Osten der Stadt, auf Riem und auf Markt Schwaben. Der Schaden bei der Post beläuft sich auf Tausende Euro, es sind ja nicht nur Dutzende Briefkästen, die die Post bisher wieder reinigen lassen musste.

Auch die Förderbänder der Stempelmaschinen in den Verteilerzentren standen nun schon öfter still, weil sie verdreckt waren. Und auch für die Empfänger ist die Sache ziemlich unappetitlich: Zahlreiche Sendungen musste die Post vernichten. Den Rest versuchen die Mitarbeiter zu reinigen, so gut es geht, um die Briefe dann - in Schutzfolien verpackt und mit Warnhinweisen versehen - weiterzuschicken.

Einige hundert Briefkästen gibt es in München und in den Landkreisen. "Wir können aber nicht alle gleichzeitig bewachen", sagt Polizeisprecherin Alexandra Schmeitz. Die Ermittler hoffen auf Zeugenhinweise, auch wenn bisher nicht ein Tipp eingegangen ist. Die Post hat als Anreiz 4000 Euro Belohnung ausgesetzt - und warnt vorsorglich die Täter: Auf Sachbeschädigung und Störung öffentlicher Betriebe stehen bis zu fünf Jahre Haft.