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Herbert-Riehl-Heyse-Preis:Ein Österreicher leuchtet in München

(Foto: Robert Haas)

Der Journalist Martin Staudinger erhält nach dem renommierten SZ-Autor benannte Auszeichnung

Seit 2005 gibt es ihn, nun wurde er zum ersten Mal an einen Österreicher verliehen: Martin Staudinger (Bildmitte), einer der Leiter des Auslands-Ressorts des Wiener Nachrichtenmagazins Profil, wurde am Dienstagabend im Festsaal des Deutschen Museums mit dem Herbert-Riehl-Heyse-Preis ausgezeichnet. Dieser wird vom Süddeutschen Verlag gestiftet und ist für politische Essays und Kommentare ausgeschrieben, die in der Tradition des 2003 verstorbenen SZ-Reporters Riehl-Heyse stehen. Die Jury würdigte Staudingers 2017 erschienenen Artikel "In vier Schritten zur Alleinherrschaft" - einen ironischen Leitfaden zur Abschaffung der Demokratie - als "amüsant und erschütternd" zugleich. Katharina Riehl, die Tochter des Namensgebers des Preises und Leiterin des SZ-Ressorts Gesellschaft (links im Bild), hob in der Laudatio Staudingers "humorvollen, aber sehr präzisen Blick" hervor. Für den Festredner, Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD/rechts im Bild), ist Staudingers Werk "ein Beispiel dafür, was herausragender Journalismus für die Demokratie leisten kann". Angesichts des Auseinanderbrechens der österreichischen Regierung nach der Veröffentlichung eines Videos, das Allmachtsfantasien des rechtspopulistischen FPÖ-Politikers Heinz-Christian Strache in einer Finca auf Ibiza zeigte, formulierte Reiter: Man könne fast meinen, die FPÖ-Politiker hätten Staudingers Leitfaden gelesen, "aber die Ironie nicht verstanden".

Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen.