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Geldbeutelwaschen im Fischbrunnen:Bitte wieder vollmachen

(Foto: Stephan Rumpf)

Nein, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und grinst, der Satz wird im Falle seiner Wiederwahl nicht geändert. "Es ist nicht erwiesen, dass es hilft", sagt er jedes Jahr wieder, "aber es ist erwiesen, dass es nichts schadet." Nämlich das traditionelle Geldbeutelwaschen im Fischbrunnen vor dem Rathaus am Aschermittwoch, ein Brauch aus dem 15. Jahrhundert. Reiter hatte ein besonders großes Exemplar dabei, die Geldtasche eines Trambahnschaffners aus den Sechzigerjahren offenbar. Man kann das auch als Bekenntnis zum öffentlichen Nahverkehr werten. Neben ihm Katrin Habenschaden, die Fraktionsvorsitzende und OB-Kandidatin der Grünen, mit einer deutlich kleineren Börse aus recycelten Fahrradschläuchen nebst einem Herz darauf, das nicht ganz die Farbintensität der Radlwege in der Fraunhoferstraße erreichte. Die Kommunalreferentin Kristina Frank, OB-Kandidatin der CSU, wusch ein Geldbeutelchen mit roten Rosen auf blauem Grund. Ist das nicht eher was für kleine Mädchen? "Genau! Das habe ich vom Equal-Pay-Day mitgebracht!" Also ebenfalls eine politische Botschaft: Gleicher Lohn für Frauen und Männer! Außerdem wurden, ohne Ansehen des Geschlechts, 200 Liter Freibier ausgeschenkt. Von einer stadtbekannten Brauerei, die ersichtlich genannt werden will.

© SZ vom 27.02.2020 / fjk
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