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Werke der Ateliergruppe 27:Wenn Farben reden

Wachs, Ruß, Erde, Farbtuben, Plastikspielzeug und alte Palettenreste kleben auf dem Holz: Die Arbeit "Aufgemischt" von Anita Jensen fällt ins Auge.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Ausstellung "Talking Colours" in der Brucker Sparkasse

Farben sind in der Kunst ein wichtiges Mittel, um sich auszudrücken. Sie können Wut, Angst und Freundlichkeit ausstrahlen. Sie können Harmonie, aber auch krasse Gegensätze zum Ausdruck bringen. Farben können sprechen.

Die Ateliergruppe 27, ein Zusammenschluss von elf Künstlerinnen und Künstlern, stellt regelmäßig unter einem gemeinsamen Motto aus. "Talking Colours", auf Deutsch "sprechende Farben", ist das Thema der Ausstellung, die nun für drei Wochen in der Sparkasse zu sehen ist. Unter den Künstlern sind Maler, Keramiker und Bildhauer. Dementsprechend trifft man auf viele Formen der Kunst. Gemälde sind genauso zu sehen wie Skulpturen und Objektkunst. Die ausgestellten Werke haben zwei Gemeinsamkeiten: Zum einen sind fast alle abstrakt. Gegenständliches wird kaum abgebildet. Das erscheint angesichts der Tatsache, dass die Farben selbst sprechen sollen, durchaus konsequent. Zum anderen sind alle Werke, logischerweise, farbig. Hier fehlt allerdings die große Farbexplosion. Bei "Talking Colours" denkt man an leuchtende, satte Farben. Oder vielleicht auch an das Gegenteil, also ein Gemälde, das durch die Abwesenheit von Farben spricht. In der Ausstellung fehlen solche Kontraste. Viel zu häufig bleiben die Gemälde in einem Farbschema. Viel zu selten strahlt ein Werk eine Atmosphäre oder eine Emotion aus. Was die Farben sagen wollen, bleibt dem Betrachter verschlossen.

Ein Kunstwerk, das doch etwas zu sagen scheint, ist "Aufgemischt" von Anita Jensen. Auf einer Staffelei steht eine große, abstrakte Holzform, die mit verschiedenen Dingen beklebt ist. Ruß und Erde sind darauf zu sehen. Beides wurde mit Acrylbinder in eine feste Form gebracht. Farbiges Element ist die Form einer Palette, die sich auf dem mit Ruß und Erde beklebten Holzstück hervorhebt. Die Palette setzt sich zusammen aus bunten Farbtuben, Deckeln, Farbspritzern, Plastikspielzeug, einer kleinen Bürste und sogar zerstückelten alten Paletten. Daneben ist ein Pinsel geklebt, der nur darauf zu warten scheint, endlich losmalen zu können.

Die bunte, aus vielen Gegenständen zusammengesetzte Palette ist ein passendes Sinnbild dafür, welche Ideen und Möglichkeiten in den Farben stecken. Der Künstler muss nur seinen Pinsel eintauchen und diese Dinge auf eine Leinwand bannen. Eine Palette und ihre Farben sind schließlich die Sprache eines Malers. "Aufgemischt" passt im doppelten Sinne zum Thema der Ausstellung. Schließlich spricht das Kunstwerk nicht nur zu seinem Betrachter, sondern erzählt noch von der Sprache der Farben.

Ausstellung "Talking Colours", Kundenzentrum der Sparkasse Fürstenfeldbruck, Hauptstraße 8, 18. Mai bis 8. Juni, offen zu den Geschäftszeiten, Ausstellungseröffnung am 17. Mai um 19 Uhr

© SZ vom 17.05.2018
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