Wachstum :Biburg wird größer

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Gemeinde will Bebauung am nördlichen Ortsrand genehmigen

Von Manfred Amann, Alling

Das Dorf Biburg, mit etwa 800 Einwohnern zweitgrößter Ortsteil der Gemeinde Alling, wird in den kommenden Jahren erheblich wachsen. Der Planung für das Baugebiet Biburg-Nord zufolge, für das der Gemeinderat eine Stellungnahmen von Behörden und Bürgern abwog, sollen östlich der Brucker Straße am nördlichen Ortsrand je sechs Einfamilien- und Doppelhäuser sowie drei Reihenhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Je nach Belegung können laut Planer Sebastian Neudecker so 23 bis 43 Wohneinheiten entstehen, was rein rechnerisch einer Bevölkerungszunahme von 82 bis 102 Personen entspricht. Gegen die Planung mit einer Erschließung von der Brucker Straße her gibt es von Seiten der Genehmigungsbehörden zwar Bedenken, vor allem wegen der Größe des Baugebietes, diese hat der Gemeinderat jedoch ausräumen können. Gegenüber der Regierung von Oberbayern wird erklärt, dass es zur Neuausweisung des Baugebietes und zur Bedarfsdeckung keine adäquate Alternative gibt.

Nach Erhebungen durch die Architekten vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München gibt es im Gemeindegebiet von Alling derzeit 65 freie Baugrundstücke, von denen aber keines der Gemeinde gehört. Auf die Bebauung privater Grundstücke habe die Gemeinde aber keinen Einfluss, so dass die Nachfrage nach Baugrund im Sinne "Innen- vor Außenentwicklung" nicht erfüllt werden könne, erklärt Neudecker. Vom Landratsamt wurde darauf hingewiesen, dass sich nördlich des geplanten Baugebietes ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Tierhaltung befindet, dessen Entwicklung nicht eingeschränkt werden darf, und dass die vom Hof ausgehenden Immissionen bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Dass es hinsichtlich Lärm-, Staub-, oder Geruchsbelästigungen zu Konflikten kommen könnte, hält laut Neudecker ein Gutachter für unbedenklich. Außerdem sei im Text des Bebauungsplanes ausdrücklich darauf verwiesen, dass Erwerber der Baugrundstücke von landwirtschaftlichen Betrieben ausgehende Immissionen selbst in den Nachtstunden zu dulden und hinzunehmen hätten. Mit dieser Feststellung wird auch den Bedenken eines Nachbarbetriebes mit Hofladen Rechnung getragen.

Die Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz legt Wert darauf, dass den in der Gegend mit Streuobstwiesen beheimateten Vögeln und vor allem Fledermäusen neue Nistmöglichkeiten angeboten werden, wenn die alten Bäume beseitigt werden. Die Gemeinde hat daher zugesagt, "lange vor der Rodung der Bäume" 15 nicht isolierte und möglichst selbst reinigende Fledermauskästen und drei Vogelnistkästen an Gehölzen benachbarter Grundstücke anzubringen.

Auf Wunsch eines Eigentümers wurde dessen Grundstück aus dem Bebauungsplan herausgenommen. Überdies wurde dem Vorschlag eines Bürgers stattgegeben, zwei Parzellen zusammenzulegen, um ein größeres Einfamilienhaus errichten zu können. Zugestanden wird auch, in Doppelhäusern vier und in Doppelhaushälften zwei Wohneinheiten unterzubringen.

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