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Verkehr in Germering:Sicherheit für Radler

Stadt plant Schutzstreifen auf der Unteren Bahnhofstraße

Von Andreas Ostermeier, Germering

Die Stadt Germering bemüht sich seit Jahren, die Bedingungen für Fahrradfahrer zu verbessern. Zum Germeringer See führt eine Fahrradstraße, mindestens eine weitere ist im Stadtgebiet vorgesehen und entlang der Landsberger Straße soll ein Radweg entstehen, der die Durchquerung des Stadtgebiets von Nord nach Süd erleichtern soll. Nun soll die Verwaltung den Stadträten eine Planung für Radschutzstreifen in der Unteren Bahnhofstraße vorlegen. Die Streifen sollen in nördlicher Richtung von Höhe der Beethovenstraße bis zur Augsburger Straße reichen, in südlicher Richtung bis zur Ludwig-Thoma-Straße. Ein Schutzstreifen in Richtung Süden würde bedeuten, dass auf der Westseite der Straße nicht mehr geparkt werden könnte. Eine Voraussetzung für Schutzstreifen ist die Breite der Fahrbahn. Sie muss mindestens sieben, besser 7,50 Meter breit sein. Die Untere Bahnhofstraße ist zudem stark von Bussen und Lastwagen frequentiert. Auch das muss bei einer Planung bedacht werden.

Schutzstreifen für Radler markieren einen Bereich, abgegrenzt vom Bereich des Autoverkehrs. Damit will man erreichen, dass sich Radler im Verkehr sicherer fühlen. Die Streifen müssen mindestens 1,25 Meter breit sein, besser sind 1,50 Meter. Sie können zusätzlich mit roter Farbe markiert werden. Radverkehrsexperte Thiemo Graf, der die Stadt berät, sieht in der Farbigkeit der Radlerspur ein zusätzliches Signal für die Aufmerksamkeit der Autofahrer. Angelika Kropp-Dürr (Grüne) unterstützte eine Rotfärbung des Sicherheitsstreifens.

Doch die Farbe kostet Geld - und Germering muss sparen. Deshalb sollen die Spuren erst einmal in weißer Farbe markiert werden. Graf will versuchen, die Stadt in ein Programm der Universität Salzburg zu bringen, die die Auswirkungen von Verbesserungen für den Radverkehr in Städten untersucht. Werden die Schutzstreifen viel genutzt, könne man sie immer noch rot einfärben, hieß es in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstag. Dessen Mitglieder unterstützten die Vorschläge des runden Tisches Radverkehr einhellig und veranlassten die Vorlage einer Planung.

Überdies denken die Germeringer Lokalpolitiker darüber nach, die Anschaffung von Lastenrädern finanziell zu fördern. So könnten Einwohner 500 Euro Zuschuss bekommen, wenn sie elektrisch unterstützte Lastenräder, sogenannte Lastenpedelecs, anschaffen. Für muskelbetriebene Lastenräder könnte es einen Zuschuss von 250 Euro geben, für Fahrradanhänger einen Zuschuss von 100 Euro. So macht es die Stadt Moosburg, an deren Kriterien und Fördersummen sich die Verwaltung bei der Ausarbeitung eines Vorschlags orientierte. Die Stadt Fürstenfeldbruck unterstützt zudem den Kauf von E-Kleinkrafträdern. Das will Germering nicht tun.

Bis Anfang September sollen die Förderrichtlinien für den Kauf von Lastenrädern vorliegen. 20 000 Euro will die Stadt für das Förderprogramm in diesem Jahr bereitstellen. Verteilt werden soll das Geld nach dem Windhundprinzip, das heißt, die Fördersummen werden nach dem Eingang der Anträge ausgezahlt. Wenn die 20 000 Euro aufgebraucht sind, gibt es nichts mehr. Ein Rechtsanspruch auf den städtischen Zuschuss besteht nicht.

© SZ vom 25.07.2020

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