Spektakulärer Vorschlag SPD will Seilbahn nach Pasing

Innovatives Verkehrsmittel soll Germering mit München verbinden

Von Ingrid Hügenell, Germering

Eine Seilbahn könnte helfen, die Verkehrsprobleme Germerings zu reduzieren. Sie soll von Germering über Freiham nach Pasing fahren. Die Mehrheit der Germeringer SPD-Mitglieder, die am Mittwoch zur Jahreshauptversammlung kamen, stimmte für einen entsprechenden Antrag von Klaus-Peter Müller. Die SPD-Stadtratsfraktion wird damit aufgefordert, einen Antrag im Stadtrat einzubringen, nach dem die Große Kreisstadt bei der Stadt München und dem bayerischen Verkehrsministerium den Bau einer solchen Seilbahn fordern soll. Von Germering nach Pasing sind es acht Kilometer.

Die S-Bahn sei schon lange überlastet, selbst nach Fertigstellung der zweiten Stammstrecke in vielen Jahren ergäben sich keine Verbesserungen für Germering, argumentierte Müller. Eine Seilbahn sei relativ schnell und preisgünstig zu realisieren und auch rasch wieder abzubauen, wenn sie nicht mehr gebraucht werde. Müller bezog sich zudem auf den Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und die bayerische Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU), die beide Sympathie für Seilbahnen bekundet hätten.

Er zitierte darüber hinaus den Grünen-Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel aus Filderstadt, der auf seiner Homepage unter anderem darauf hinweist, dass Seilbahnen als sehr sicheres Verkehrsmittel gelten, bei dem kaum Unfälle und Betriebsstörungen vorkämen. Sie könnten bis zu 9000 Menschen pro Stunde befördern. "Stationen und Kabinen können ohne besonderen Aufwand barrierefrei gestaltet werden", heißt es dort weiter. Zudem sei ihr Energieverbrauch gering. Sie würden mit Elektromotoren angetrieben, die am Boden stationiert werden, seien leicht und verkehrten reibungsarm auf Tragseilen.

Seilbahnen seien leise, ergänzte Müller, und sie seien vielen Menschen als Verkehrsmittel schon bekannt. In den Stationen würden sie zum Ein- und Aussteigen natürlich angehalten. "Eine Seilbahn fährt, anders als die S-Bahn auch im Winter und steht, anders als der Bus, nicht im Stau", sagte Müller. Die bolivianische Stadt La Paz verfügt bereits über ein 27 Kilometer langes Seilbahnnetz mit insgesamt acht Linien, das auch noch weiter ausgebaut werden soll.