Schule in Germering:Sportler in der Lederhose

Schule in Germering: Stramme Wadl: Trainer Klaus Reithmeier (im Vordergrund) prüft die Fitness der Max-Born-Gymnasiasten.

Stramme Wadl: Trainer Klaus Reithmeier (im Vordergrund) prüft die Fitness der Max-Born-Gymnasiasten.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Personal-Trainer Klaus Reithmeier turnt in Tracht - und mit ihm Zehntklässler des Max-Born-Gymnasiums

Von Manon Harenberg, Germering

Eine Lederhose tragen beim Sport? Geht das? Personal-Trainer Klaus Reithmeier, Gründer des "Lederhosentrainings", beweist, dass es geht - und zwar mit Schülerinnen und Schülern der zehnten Klasse des Max-Born-Gymnasiums (MBG). Die Gymnasiasten nahmen an Reithmeiers "Lederhosentraining" auf dem Schulgelände teil. Im Frühjahr konnten sie sich bei der Sport-Challenge des MBG durch ihren Fleiß den ersten Platz sichern. Mehrere hundert Schülerinnen und Schüler haben zwei Wochen lang während des Homeschoolings Punkte gesammelt für sportliche Aktivitäten wie Home-Work-outs oder Jogging. Nun konnten sich die 24 Zehntklässler über den Hauptgewinn der Sport-Challenge freuen: noch mehr Sport!

Mit Reithmeier sportelten sie auf der großen Schulwiese - der Trainer selbstverständlich selbst in Lederhose. Ein Schüler und Klassenlehrer Andreas Kainzinger taten es ihm gleich, auch sie traten in Lederhose an. Alle anderen entschieden sich für die gewohnte funktionale Sportkleidung. Die meisten Schüler treiben auch in ihrer Freizeit viel Sport, vor allem Vereinssport wie Basketball oder Fußball. Bleiben sie weiterhin so fleißig, machen sie womöglich bald Mats Hummels Konkurrenz. Zum Aufwärmen starten sie mit Koordinationsübungen, danach folgt ein kräftigendes Ganzkörpertraining von Kniebeugen bis Liegestützen.

Vor genau zehn Jahren gründete Reithmeier das Training, das er damals noch "Bavarian Bootcamp" nannte. Nach und nach nahmen immer mehr Sportlerinnen und Sportler teil. Wegen des großen Zuspruchs entstand die Idee, das Training bayernweit anzubieten. "Damals habe ich mir überlegt: Wie kann ich mich von den anderen Trainern abheben?", erzählt Reithmeier. Die Lösung war das Training in Lederhose - aus Bayern für Bayern. "Die Lederhose ist eine Möglichkeit, die Atmosphäre direkt aufzulockern, so geht der Sport mit einem Grinsen los", sagt er. In den vergangenen zehn Jahren, in denen er das Training anbietet, habe er einen hohen Lederhosenverschleiß gehabt, erzählt er. Reithmeier turnt inzwischen in der dritten Lederhose. Für den Sport kaufe er sich nur noch welche in einer Nummer größer als er eigentlich trage. So könnten sie länger genutzt werden und gestatteten eine bessere Bewegungsfreiheit. Jeden Montag bietet Reithmeier von 19 Uhr an ein öffentliches Lederhosentraining im Englischen Garten. Mittlerweile sind bis zu 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei. "Jeder der Lust hat kann kostenfrei teilnehmen." Auch Kainzinger gehört öfters zu den Teilnehmern, deshalb hat er sich auch für dieses Training als ersten Preis der Sport-Challenge entschieden.

In 15 bayerischen Städten, dazu zählen auch Regensburg, Ingolstadt und Nürnberg, wird inzwischen immer montags gemeinsam gesportelt. Körperliche Anstrengung sei am besten zu ertragen, wenn viele Gleichgesinnte dabei seien, sagt Reithmeier. Sein Lederhosen-Training darf sich als das größte regelmäßig stattfindende Outdoor-Training Bayerns bezeichnen. Inhalt des Fitnessprogramms ist eine Kombination aus statischen und dynamischen Übungen. Wichtig ist dem Initiator, dass jeder Teilnehmer die Übungen an die eigene individuelle Leistung anpassen kann.

© SZ vom 24.07.2021
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