Reden wir über:Zehn Jahre als Priester

10 Jahre Priester Pater Bartholomew Aondo

Pater Bartholomew Aondo.

(Foto: Stadtkirche Germering)

Pater Aondo ist Jugendseelsorger bei der Stadtkirche Germering

Von Ariane Lindenbach

Pater Bartholomew Aondo arbeitet im Seelsorgeteam der katholischen Stadtkirche Germering als Pfarrvikar und Jugendseelsorger. Er stammt aus Kenia. Vor genau zehn Jahren wurde er in seinem Heimatland zum Priester geweiht. Zu seinem Jubiläum wünscht sich Pater Aondo ein persönliches Gebet sowie - für den Fall, dass ihm jemand etwas schenken möchte - Spenden an den Hospizverein Germering. Ein Gespräch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Geistlichen.

SZ: Pater Aondo, warum sind Sie Priester geworden?

Pater Bartholomew Aondo: Meine Mutter ist eine sehr gläubige Frau, ebenso meine Geschwister. Als ich Kind war, bin ich sehr oft und sehr gern in die Kirche gegangen, um dort zu beten, zu ministrieren, mich in der Jugend zu engagieren und mit anderen über Gott und die Welt zu sprechen. Ich habe mir immer sehr genau angeschaut, was die Priester in meiner Heimat - zunächst Missionare aus Irland, später aus den USA - gemacht haben: Gottesdienste feiern, Familien und deren Kranke besuchen, Armen helfen, Traurige trösten. Das hat mir sehr gefallen und mich tief beeindruckt. Ich habe gedacht, es wäre sehr schön, wenn ich das genauso machen könnte: den Leuten helfen und die heilige Messe zelebrieren. Ich will einfach die Frohe Botschaft auf praktischen und zeitgemäßen Wegen zu den Menschen bringen. Ich denke, es ist im Leben sehr wichtig, das, was wir tun, mit Liebe zu tun.

Wie und wo haben Sie sich auf die Priesterweihe vorbereitet? Wo fand die Priesterweihe statt?

Die Vorbereitung auf die Priesterweihe bestand aus zwei Teilen: Langzeitvorbereitung und Kurzzeitvorbereitung. Erstere hat rund elf Jahre gedauert, mit einem Studienabschluss in Philosophie an der Urbanian Universität nach drei Jahren und einem Abschluss in Theologie in Nairobi nach fünf Jahren. Dazu kamen noch zwei Jahre Noviziat und ein Jahr Praktikum. Die Kurzzeitvorbereitung waren achttägige Exerzitien im Passionists Exerzitienhaus in Nairobi. Danach durften wir einen Tag mit unseren Familien verbringen und dann, einen Tag vor der Priesterweihe, in das Pastoralzentrum des Erzbistums Mombasa umziehen, um dort zu übernachten. Dies ermöglichte uns, Zeit mit Erzbischof Lele zu verbringen, mit ihm zu sprechen und uns von ihm beraten zu lassen. Die Priesterweihe wurde in der Kathedrale "Zum Heiligen Geist" in Mombasa gefeiert. Die Priesterweihe hat knapp vier Stunden gedauert und war wohl eine der kürzesten, die in der Kathedrale von Mombasa je gefeiert wurden.

Was waren Ihre Stationen als Priester seit Ihrer Priesterweihe, und wie sind Sie dann letzten Endes in Germering gelandet?

Nach meiner Priesterweihe war ich Pfarradministrator in der Pfarrgemeinde Arramo im Bistum Hawassa in Äthiopien, dann Pfarrer in der Pfarrei Adaba in der Apostolischen Präfektur Robe, ebenfalls in Äthiopien. Danach war ich Subregens im Priesterseminar meines Ordens in Nairobi. Im Jahr 2016 bin ich nach Deutschland gekommen, um weitere Studien der Theologie an der Universität Mainz zu betreiben. Mein Wechsel ins Erzbistum München und Freising war eine Entscheidung meiner Ordensoberen in enger Abstimmung mit dem hiesigen Ordinariat. Das Erzbistum entschied dann, dass ich in der Stadtkirche Germering eingesetzt werde.

Wenn Sie auf Ihre bisherige Zeit als Priester zurückblicken: Wie würden Sie diese Zeit mit drei Worten beschreiben?

Herausfordernd, entspannt, gnadenvoll.

Welche Pläne für die Zukunft haben Sie? Und vor allen Dingen: Wie lange bleiben Sie der Stadtkirche Germering noch erhalten?

Das ist keine einfache Frage für einen Priester; und diese Frage ist für einen Ordenspriester noch viel schwieriger zu beantworten. Wo und wie lange ich an einem Ort oder in einer Gemeinde bleibe, ist immer eine Entscheidung meiner Ordensoberen, auch ob und wann ich außerhalb der Ordensgemeinschaft eingesetzt werde, wie zum Beispiel jetzt gerade hier in Germering im Erzbistum München und Freising. Da kommt dann auch noch die Leitung des jeweiligen Bistums ins Spiel. Zusammenfassend kann ich sagen, dass, obwohl ich mich in Germering schon "dahoam" fühle, meine Zukunft von den Entscheidungen des Erzbischofs und meiner Ordensoberen abhängt. Zudem lege ich meine Zukunft vertrauensvoll in die Hände von Jesus Christus.

© SZ vom 07.08.2021
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