Neue Wohnungen:Bei vier Stockwerken ist Schluss

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Neue Wohnungen: Wo jetzt noch Sonnenblumen wachsen, sollen bald mehr als 750 Wohnungen entstehen.

Wo jetzt noch Sonnenblumen wachsen, sollen bald mehr als 750 Wohnungen entstehen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Germeringer Bauausschuss beschließt mehrheitlich, auf dem Kreuzlinger Feld auf höhere Häuser zu verzichten. Damit fallen etwa 45 Wohnungen weg. 30 Prozent werden für Einkommensschwächere errichtet

Von Andreas Ostermeier, Germering

Auf dem Kreuzlinger Feld im Westen Germerings sollen etwas weniger Wohnungen gebaut werden als bislang vorgeschlagen. Die Stadträte, die dem Bauausschuss angehören, beschlossen am Dienstag, dass die Häuser in dem Neubaugebiet nicht höher als vier Geschosse werden sollen. Das bedeutet einen Abzug von 45 Wohnungen im Vergleich zum bisherigen Planungsvorschlag. Der Verzicht auf ein fünftes Geschoss war von der CSU beantragt worden. Einen Verzicht auf noch mehr Wohnungen wollten die Grünen durchsetzen. Sie scheiterten allerdings damit, die Geschossfläche im Vergleich zum bislang vorgestellten Entwurf um 20 Prozent zu kürzen.

Für die Beibehaltung von etwa 800 Wohnungen auf dem Kreuzlinger Feld und elf fünfgeschossigen Häusern setzte sich die SPD ein. Stadträtin Tinka Rausch appellierte an die Kollegen im Gremium, die Anzahl der Wohnungen beizubehalten, um möglichst viel Wohnraum für Mieter mit geringem Einkommen zur Verfügung stellen zu können. Die Stadt will in einem Vertrag mit dem Bauherren Thomas Vilgertshofer festschreiben, dass 30 Prozent der Wohnungen sozial gefördert errichtet werden. Auch das fünfte Geschoss wollte Rausch erhalten. Denn die obersten Wohnungen seien die schönsten, sagte sie, und verwies auf Wohnungen in Fürstenfeldbruck, die sie gesehen habe. Ein weiteres Argument von Rausch lautete, dass die Gestaltung der Wohnanlage ansprechender ausfallen würde, wenn der Bauherr mehr Freiheiten beim Planen bekommt.

Rausch und die SPD-Mitglieder im Ausschuss fanden allerdings bei der CSU kein Gehör. Fraktionssprecherin Manuela Kreuzmair sagte, die CSU-Mitglieder wollten eine geringere bauliche Verdichtung erreichen, als sie im vorliegenden Entwurf von Vilgertshofer enthalten sei. Auch Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) stimmte gegen ein fünftes Geschoss. Damit kürzt der Ausschuss die Anzahl der möglichen Wohnungen um etwa sechs Prozent. 20 Prozent, wie die Grünen vorschlugen, waren der CSU jedoch zu viel. Stadtrat Franz Senninger sagte, die CSU sehe sich in der Pflicht, preiswerten Wohnraum in Germering zu errichten.

Der Bauausschuss beschloss zudem weitere Vorgaben für die Planung auf dem Kreuzlinger Feld. So soll in dem Neubaugebiet eine Mobilitätsstation Platz finden, also ein Verknüpfungspunkt, an dem man öffentlichen Nahverkehr, Fahrräder sowie Mietwagen vorfindet. Der Planer soll außerdem die Möglichkeit zu einem Mehrgenerationenwohnen vorsehen. Die Verwaltung will auch prüfen, ob die Anzahl der oberirdischen Stellplätze ausreicht.

Vor den Abstimmungen hatte Vilgertshofer seinen Entwurf für eine mögliche Bebauung des bislang freien Areals südlich der Landsberger Straße und der Bahntrasse vorgestellt. Was die Baudichte angeht, so sagte der Allinger Bauunternehmer, orientiere er sich an der umliegenden Bebauung. Zwar könne sein Entwurf mit mehrgeschossigen Häusern den Eindruck größerer Baudichte machen, doch nach den Zahlen entspreche der Entwurf bebauten Grundstücken in der Nachbarschaft. Stadtbaurat Jürgen Thum unterstützte Vilgertshofer und sagte, die Stadt wolle an dieser Stelle bewusst eine dichtere Bebauung haben. Beide widersprachen auch der ÖDP-Stadträtin Karin Sepp, die sagte, die vorgeschlagene Bebauung sei viel zu dicht. Sepp schlug dagegen die Errichtung von Reihenhäusern vor. Das lehnten CSU und SPD ab. Rausch sagte, Reihenhäuser würden zu teuer, die könne sich niemand leisten.

Bis zur Stadtratssitzung am 2. Juli soll Vilgertshofer die neuen Vorgaben in sein Modell für das Kreuzlinger Feld einarbeiten. Dazu gehört auch, dass der Eigentümer des Geländestreifens entlang der Kreuzlinger Straße sein Grundstück wohl für eine Bebauung hergeben will, was zunächst nicht der Fall war. Geschieht dies, kann das gesamte Areal bis auf zwei Grundstücksstreifen in der Mitte des Kreuzlinger Feldes bebaut werden.

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