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Nahverkehr:Zu wenig Fahrgäste

Mögliche Seilbahn-Linie von Dachau nach Bruck verworfen

Die Stadt Dachau hat fünf mögliche Trassen für eine Seilbahn im öffentlichen Nahverkehr prüfen lassen. Eine davon nach Fürstenfeldbruck. Die Zahl der Pendler zwischen den beiden Großen Kreisstädten ist hoch. Gleichzeitig ist das Angebot an öffentlichem Nahverkehr eher schlecht. Die Planer verzeichneten täglich 12 000 Fahrten zwischen Dachau und Fürstenfeldbruck und nochmals 4000 zwischen Dachau und Olching. Doch scheint die Autofahrer die Strecke nicht zu stören, mit dem Bus fahren ohnehin täglich nur etwa 600 Leute. Daher schätzen die Fachleute das Interesse an einer Seilbahnverbindung als gering ein, nur etwa 500 Fahrgäste pro Tag würden nach den Berechnungen mit der Gondel in die Arbeit schweben wollen. Eher würde sich eine Verbindung ins Gewerbegebiet Gada in Bergkirchen lohnen.

Die Dachauer Stadträte schlossen daher am Dienstag diese Trasse von den weiteren Planungen aus. Weiter verfolgt werden soll eine Verbindung zwischen dem Dachauer Bahnhof und Moosach mit Halt in Karlsfeld. Somit wäre eine Tangentialverbindung zwischen der S 2 und S 1 sowie der U 3 geschaffen. Laut Berechnungen würden 1300 Menschen täglich die Seilbahn auf dieser Strecke nutzen - noch mehr, wenn die S 2 verspätet ist oder ausfällt.

Mit diesen Planungen liegt Dachau vor München. Die Landeshauptstadt hatte im Dezember eine Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn über den Frankfurter Ring mit vier Haltestellen in Auftrag gegeben. Als Vorteile gelten geringe Baukosten, schneller Aufbau, Barrierefreiheit und kurze Wartezeiten für Passagiere. Bislang aber fehlt für den Bau von urbanen Seilbahnen der rechtliche Rahmen.