Musikwettbewerb Genrevielfalt in der Cordobar

Wettbewerber aus Gräfelfing: Benjamin Sobetzko (links) und Jakob Michel von der Band Bulls I.

(Foto: Bulls I/oh)

Bei einem Wettbewerb in der Jugendbegegnungsstätte treten sieben Bands gegeneinander an

Von Julia Huss, Germering

Der Name des "SPH-Bandcontest", eines der größten, europäischen Nachwuchswettbewerbe, erinnert mittlerweile nur noch an die Anfangszeiten vor zehn Jahren, als die Gründer den Titel an ihre favorisierten Musikrichtungen anlehnten. Deshalb setzt sich die Abkürzung SPH aus den Genres Ska, Punk und Hardcore zusammen. Diese fallen vor allem durch verzerrte Gitarrenklänge und geschrienen Gesang auf. Da das ist nicht unbedingt etwas für jedermanns Ohren ist, ist heute jeder Musiker, unbedeutend aus welchem Genre, gern gesehener Teilnehmer. Einige dieser musikalischen Talente kommen auch zu einer der Vorrunden am Freitag in der Cordobar zusammen.

"Durch den Contest fördern wir die jugendliche Subkultur in der Region. Dafür geben wir unsere Räume gerne her", sagt Erwin Zißelsberger, Leiter der Jugendbegegnungsstätte. Seit drei Jahren findet eine der mehr als 100 Vorrunden in der Cordobar statt. Entschieden haben sich die Veranstalter für die Räumlichkeiten, um ihren Schützlingen eine "coole Bühne" in einer zwanglosen Atmosphäre zu bieten, wie Celine Kessler sagt, die für das Marketing der Organisation zuständig ist.

Der Bandcontest selbst wurde 2008 ins Leben gerufen und wird seit 2009 realisiert. Der Wettkampf findet jährlich in vier Auswahlrunden in ungefähr 70 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Im Finale, das 2019 in der Stadthalle in Montabaur stattfinden wird, stehen sich zwölf Bands gegenüber, die sich gegen 1 000 Gruppen durchgesetzt haben. Die Organisation wird durch die nationale Musikindustrie und entsprechende Verbände gefördert. Die Bands bekommen für ihren Teilnahmebetrag in Höhe von 50 Euro Rabatte und Gutscheine für Studios, Equipment und Promotion.

Die Cordobar steht mit ihrem facettenreichen Angebot, von Poetry Slams bis zu Kochkursen, genauso für Genrevielfalt wie der Bandcontest. Das Publikum werde von dieser Mischung angezogen, sagt Kessler. "Es freut uns zu sehen, wie offen die Zuhörer sind. Man sieht teilweise eingefleischte Metalfans, wie sie zu Rap-Musik feiern." Das Publikum muss jedoch nicht nur aufgeschlossen sein, sondern auch ein offenes Ohr für die Qualität der Darbietungen haben. Jeder Besucher bekommt eine Erststimme, im Wert von zwei Punkten und eine Zweitstimme, die für einen Punkt steht. Das Publikum übernimmt eine Hälfte der Bewertung, die andere übernimmt eine Jury bestehend aus Festivalveranstaltern oder Labelvertretern. Durch dieses System versuchen die Organisatoren laut Kessler den Bandwettbewerb besonders fair zu gestalten.

In der Cordobar werden sieben Bands aus dem Münchner Raum und dem Umland um die Gunst des Publikums und der Jury spielen. Ihre Zuhörer bekommen sowohl Pop-Musik von der Zwei-Mann-Band "Bulls I" aus Gräfelfing zu hören, deren Arrangements für einen Abend am Lagerfeuer konzipiert sind, als auch Deutsch-Punk der Gruppe "Backstreet Oiz" aus München. Wer zuerst auf die Bühne darf, wird erst am Abend bekannt gegeben. Ziel aller ist der Einzug in das Münchner Stadtfinale, um dann Schritt für Schritt über die regionale Endrunde und das Vor-Finale in die Endausscheidung zu gelangen, in der Preise wie Coachings, Instrumente und Auftrittsmöglichkeiten winken

Die Vorrunde des SPH-Bandcontests findet am Freitag, 9. Februar, von 18 Uhr an in der Cordobar statt. Tickets gibt es für sieben Euro an der Abendkasse.