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Mitten in Gröbenzell:Hochburg der Optimisten

Die Grünen denken voraus: Ihr Bürgermeisterkandidat kommt in die Stichwahl, und im Gemeinderat werden die Mandate verdoppelt

Kolumne von Ariane Lindenbach

Bei den Grünen in Gröbenzell ist die Stimmung gut vier Wochen vor der Kommunalwahl ausgesprochen gut. Ob es nun an Greta Thunberg, den beharrlichen Fridays-for-Future-Demonstrationen in der ganzen Republik oder den örtlichen Bemühungen für mehr Umweltschutz, beispielsweise in Form der Initiative "Plastik frei" liegen mag, bleibt ungeklärt. Jedenfalls sind die Wahlkämpfer nahezu euphorisch, wie der Ortsvorsitzende Walter Voit und der Bürgermeisterkandidat Ingo Priebsch jüngst bei einem Pressegespräch zur Präsentation ihres Wahlprogrammes am Rande verkündeten.

"Wir sind hier in Gröbenzell immer eine Hochburg gewesen, was die Grünen angeht", unterstreicht der Vorsitzende mit Blick auf frühere Wahlergebnisse. Da hätten die Grünen oft besser als im Landesdurchschnitt abgeschnitten. "Ich denke, wir können mit einem Zuwachs rechnen", ist Voit siegessicher. Und deklariert ein Ergebnis von "30 Prozent plus x", das wären neun oder mehr Sitze im neuen Gemeinderat. Aktuell stellen die Grünen vier Gemeinderäte und den Zweiten Bürgermeister, Martin Runge. Der ist übrigens ganz nebenbei einer der Gründungsmitglieder des Grünen Ortsverbandes, der voriges Jahr 40. Geburtstag feierte. Aber zurück in den Gemeinderat, um die wundersame Verdoppelung etwas zu relativieren: Das neue Gremium wird wegen des Einwohnerzuwachses statt der bisher 24 Kommunalpolitiker zuzüglich Ersten Bürgermeister dann 30 zählen.

"Wir sind ganz zuversichtlich", ergänzt Priebsch. Er erzählt von "vielen positiven Rückmeldungen", die er schon an den 380 Haustüren (Stand Donnerstag vorige Woche) bekommen habe. Und zwar nicht nur von den klassischen Grünen-Wählern, sondern auch "gerade von den Älteren". Der ehemalige Bundeswehr-Offizier und Sozialpädagoge, der wegen seiner Überzeugung gegen rechte Entwicklungen zu den Grünen gekommen ist und wie Voit mit einer Stichwahl zwischen dem amtierenden Bürgermeister Martin Schäfer (UWG), dem CSU-Anwärter Anton Kammerl und ihm rechnet, berichtet vom Neujahrsempfang der Christsozialen. Viele dort hätten ihn, positiv überrascht, als "keinen typischen Grünen" bezeichnet. Und als der CSU-Ortsvorsitzende Andreas Keefer ihn, den Bürgermeisterkandidaten der Konkurrenz, namentlich begrüßte, "habe ich einen warmen Applaus verspürt".

© SZ vom 18.02.2020
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