Mitten in Fürstenfeldbruck:Die Tücken der Technik

Automatische Türen sind eigentlich praktisch, funktionieren aber nicht immer. Dann können Tricks helfen

Kolumne von Ariane Lindenbach

Ein Hoch auf die Menschheit und ihre technischen Errungenschaften! Erfindungen wie die elektrische Pfeffermühle oder das Smartphone erleichtern unser Leben. Man stelle sich nur vor, wir hätten die letzten Monate im Lockdown ohne so wertvolle Errungenschaften wie Videotelefonie überleben müssen. Das unsichtbare Virus mit dem von einer mexikanischen Biersorte abgekupferten Namen hat die Vorteile des digitalen Zeitalters in den Vordergrund katapultiert. Und es hat Fortschritte in einer bis dahin nie für möglich gehaltenen Geschwindigkeit vorangetrieben, Beispiel: Pop-up-Radwege und Schanigärten.

In der Kreisstadt Fürstenfeldbruck hat es sogar eine Entwicklung ermöglicht, die bis dahin nicht einmal die UN-Konvention zur Inklusion vermocht hat: Im Citypoint-Einkaufscenter an der Schöngeisinger Straße funktionieren die schweren Türen im ersten Stock jetzt automatisch. Mit Bewegungsmelder. Für viele Besucher von Arzt, Krankenkasse und VDK, alle im ersten Stock befindlich, ist das eine deutliche Verbesserung. Bisher mussten sie, sofern die (Roll-)Treppe für sie ein Hindernis darstellt, den Aufzug benutzen. Jedoch: Der Lift ist in einem Extra-Treppenhaus, das wiederum mit einer dieser schweren Türen gesichert ist. Neuerdings gehen die nun wie von selbst auf, wenn man ihnen näher kommt. Ob man nun hindurch möchte oder nicht, ist egal.

Ausnahme: Wenn man die ebenfalls dort angesiedelte Redaktion verlässt und stracks gegenüber das Hauptgebäude betreten will, bleibt diese Türe oft geschlossen. Das wäre nicht weiter schlimm, doch seit ihrer Modernisierung hat sie keinerlei Griff mehr. Der Mensch ist also dem Wohlwollen der Technik vollkommen ausgeliefert. Ein junger Mann bemerkt die hilflos vor der Tür stehende Frau. Er gibt hilfsbereit den Rat, sich seitlich zu nähern; nur dann reagiere der Bewegungsmelder und die Türe öffne sich. Das demonstriert er sogleich, und es passiert: nichts. Also schleicht er sich erneut an, von links, springt ein paar Meter vor der Tür mit erhobenen Armen in die Luft, laut "Ahhhh" schreiend. Da öffnet sich die Tür. "Sehen Sie, Sie müssen sie nur erschrecken", sagt der Helfer lachend.

© SZ vom 27.07.2021
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