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Mitten in Fürstenfeldbruck:Auf der Suche nach dem Glück

Oberbürgermeister Erich Raff ist als Brezen-und Rosenkavalier unterwegs

Die kanadische Sozialpsychologin Elizabeth Dunn belegt in einer viel beachteten Veröffentlichung der Fachzeitschrift Science die Korrelation von Spenden und Glück ("Spending Money on Others Promotes Happiness") . Sie untermauert damit die Apostelgeschichte 20,35, der zufolge "geben seliger ist als nehmen". Diese wiederum dient dem Fürstenfeldbrucker Oberbürgermeister Erich Raff als Richtschnur. Halten sich Austeilen und Einstecken in den manchmal gelinde gesagt lebhaften Stadtratssitzungen noch die Waage, so ändert sich jenseits der Rathaustüren das Bild. Dort darf ein Oberbürgermeister noch Mensch sein. Muss er in den Amtsstuben naturgemäß knausrig sein, um den Hauhalt nicht noch tiefer in die roten Zahlen rutschen zu lassen, so kann er sich dem Bürger gegenüber auch mal von seiner spendablen Seite zeigen.

Am Freitag lässt sich Erich Raff von der Volkshochschule als Rosenkavalier engagieren. Am Rande der bundesweiten Feiern zum 100-jährigen Bestehen der Erwachsenenbildungseinrichtungen wird der OB gemeinsam mit Fördervereinschef Georg Tscharke und VHS-Leiterin Silvia Reinschmiedt 100 Rosen verteilen. Warmgelaufen hat sich der OB bereits vor ein paar Tagen, als er Fahrgästen, Radfahrern sowie Fußgängern am Brucker S-Bahnhof anlässlich der Mobilitätswoche neben einem Faltblatt gleich noch Wegzehrungen in Form von herzförmigen Brezen mit auf den Weg gab.

Die Wissenschaftlerin Elizabeth Dunn würde hier wohl von einer echten Winwin-Situation sprechen: entzückte Kursteilnehmer der Volkshochschule, gesättigte Fußgänger und Fahrgäste und auch der OB selbst - der eine gibt, die anderen nehmen. Alle in der Glückseligkeit vereint. Der Stadtrat böte sich als Forschungsfeld an, um zu untersuchen, wo selbst Rosen und Brezen an ihre Grenzen kommen.