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BRK Fürstenfeldbruck bestellt mit Max Bolsinger einen neuen Einsatzleiter Rettungsdienst Foto: Max Bolsinger, stv. Leiter Rettungsdienst, links; Rainer Bertram, Kreisgeschäftsführer, rechts auf dem Bild.

Notfallsanitäter Max Bolsinger besitzt neben einigen Praxisausbildungen Zusatzqualifikation zum Geschäftsführer.

(Foto: BRK Fürstenfeldbruck)

Max Bolsinger hat eine wichtige neue Aufgabe übernommen

Seit 16 Jahren ist Max Bolsinger , 35, fest mit dem Roten Kreuz verwurzelt. Er ist nicht nur der stellvertretende Leiter Rettungsdienst des Kreisverbandes Fürstenfeldbruck seit Anfang letzten Jahres, sondern wurde nun auch noch als Einsatzleiter für den Rettungsdienst bestellt. Diese Aufgabe teilt sich Bolsinger als Mitglied des Bayerische Roten Kreuzes (BRK) mit anderen Hilfsorganisationen im Landkreis wie den Maltesern und den Johannitern. "In Bayern ist es üblich, dass man als stellvertretender Leiter auch die Ausbildung zum Einsatzleiter Rettungsdienst macht", erzählt Bolsinger von seinem Weg zum neuen Verantwortungsbereich. Es ist nicht die erste Zusatzqualifikation, die er für den Rettungsdienst absolviert hat. Neben der Ausbildung zum Notfallsanitäter und diversen Praxisausbildungen hat er auch die Zusatzqualifikation zum Geschäftsführer durchlaufen. Obwohl er sich selber stark mit dem Roten Kreuz und dessen Werten identifiziert, war für ihn nicht immer klar, dass er beruflich einmal dort landen würde.

"Ich habe Jura studiert und mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen. Ich bin also formeller Jurist", erklärt Bolsinger. Selbst während seiner Studienzeit war er dem Roten Kreut verbunden geblieben und arbeitete auch immer wieder in den Semesterferien, half aus oder war befristet angestellt. Bolsinger beschäftigte sich während seines Studiums jedoch nicht nur in der Freizeit mit seiner großen Leidenschaft: "Ich habe schon während des Studiums juristische Veröffentlichungen zu rettungsdienstlichen Themen verfasst".

Als er schließlich für ein halbes Jahr in einer Kanzlei arbeitete, stellte er für sich fest, dass er dieser Arbeit nicht sein restliches Leben widmen möchte. Ihn hat es wieder gänzlich zum Sanitätsbereich zurückgetrieben, doch die während seines Studiums erworbenen Kenntnisse helfen ihm noch immer: "Als Rettungsdienst hat man natürlich auch viele polizeiliche und rechtliche Verbindungen. Gerade als stellvertretender Leiter Rettungsdienst des Kreisverbandes bin ich auch mit Arbeitsrecht, mit Katastrophenrecht und auch mit Strafrecht konfrontiert." Letzteres wird zum Beispiel dann wichtig, wenn es um den Kompetenzbereich von medizinischen Einsatzkräften geht. Was darf gemacht werden und was gilt schon als Körperverletzung?

Die Prüfungskommission der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried im Kreis Wolfratshausen bewertete seine praktische Prüfung als Einsatzleiter Rettungsdienst mit 1,0. Nichtsdestotrotz zeigt sich Bolsinger bescheiden. Er ist sich der enormen Verantwortung bewusst, die ein Einsatzleiter trägt. Ein Fehler kann sich schon fatal auf andere auswirken. In seiner neuen Funktion koordiniert Bolsinger größere Rettungseinsätze und bündelt die Kommunikation zwischen Einsatzort und Integrierter Leitstelle, damit sich die Rettungsdienste auf ihre Patienten konzentrieren können.

© SZ vom 26.02.2020

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