Landsberied Funpark für die Wintersportler

Sowohl Snowboard- als auch Skifahrer jeglichen Alters lassen sich von dem 45 Jahre alten Schlepplift den Filzberg in Landsberied hinauf transportieren. Die einen steuern eine entspannte Abfahrt rechts vom Lift an, die anderen suchen den Kick und stürzen sich auf die Hindernisse und Rampen des Funparks, der sich auf der anderen Seite des Lifts befindet.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Der Schlepplift in Landsberied hat neue Betreiber. Die bieten den Besuchern nicht nur eine Piste zum Abfahren an, sondern auch einen Hindernisparcours für Snowboarder und Skifahrer

Von Max Grassl, Landsberied

Zauberhaft und still wirkt die Kulisse, die sich rings um den Ackerweg in Richtung Filzberglift erstreckt. Die Schneeflocken fallen dick und hell vom Himmel, die Bäume sind dick eingehüllt und die Tiere haben sich schlafen gelegt. Lediglich das Lachen einiger Kinder und das darauffolgende Schreien der Eltern brechen in die Stille hinein. Man kann die Euphorie verstehen, denn Landsberieds Skipiste am Filzberg und der dort beheimatete Schlepplift sind wieder in Betrieb.

Vergangene Woche, am Samstag, war es bereits so weit, und die ersten Wintersportler konnten den etwa 200 Meter langen Hang hinauftransportiert werden. Der Schlepplift sei ausgelastet gewesen. "Unglaubliche 100 Menschen waren beim Eröffnungswochenende da", freut sich Florian Keller. Das habe bestimmt auch an den perfekten Rahmenbedingungen gelegen. Zur Eröffnung gab es einen kleinen Stand mit Bratwürsten und Glühwein. Dieser wird zu großer Wahrscheinlichkeit in Zukunft weitergeführt werden. Auf eine endgültige Konzession warte man aber noch. "Sobald wir eine Genehmigung haben, werden wir das auf unserer Facebookseite "Filzberg Park Landsberied" kommunizieren", fügt Florian Keller hinzu. Dort seien sie besonderes aktiv und informieren die Besucher über Öffnungszeiten, anstehende Veranstaltungen und alles, was im Kontext zu dem Filzberg-Park steht. Eines dieser möglichen Events ist ein "Kidscamp", bei dem Keller und seine beiden Snowboardfreunde Benedikt Fuchs und Yves Eisenreich zeigen, welche Tricks mit Hilfe der Hindernisse im Funpark gemacht werden können. Sie wollen auch kleineren Fahrer dabei helfen, selbst manche der besagten Kunststücke zu erlernen. "Wir empfehlen hier definitiv jedem, der den Park befährt, Schutzhelm und Protektoren zu tragen", rät Keller.

Sie haben bei dem Funpark bewusst versucht, Hindernisse für die jüngeren Snowboard- und Skifahrer zu bauen, damit sich diese herantasten können und nicht nur die fortgeschrittenen Fahrer und "Checker" Spaß an dem Hindernisparcours haben. Die Rampen und auch Rails, das sind Metallrohre, über die man mit den Brettern rutsch, stammen aus einem früheren Projekt des Trios. Mit dem Kreisjugendring von Landsberg unterhielten sie ebenfalls einen Funpark in Utting am Ammersee. Dieser sei aber wegen des neuen Vorhabens in Landsberied eingestampft worden.

Dass die drei Schneesportfreunde für solche Projekte brennen, liegt nahe. Seit 20 Jahren fahren sie schon Snowboard, vor allem Powdern, das heißt im Tiefschnee fahren, mache ihnen unglaublichen Spaß. Sollte das Wetter aber nicht mitspielen, gehen sie gerne in den Park - am liebsten in den eigenen. "Wir haben schon in jungen Jahren immer mal rumgesponnen, dass wir gerne einen eigenen Lift und Funpark besitzen wollen." Jetzt sind sie zwar nur Pächter, aber das sei nicht schlimm. "Es ist für uns alle eine riesige Gaudi und wir sind mit Herzblut dabei." Dass sie ihren Traum verwirklichen konnten, sei aus einem kleinen Zufall heraus entstanden. Die Ammerseer Zeitschrift "Jezza!" verfasste einen Aufruf, dass es einen neuen Betreiber für die Anlage in Landsberied braucht, da sich der frühere Besitzer Dieter Schleder aus Altersgründen zurückgezogen hat. Daraufhin haben sich Fuchs, Eisenreich und Keller mit der Gemeinde und dem Mammendorfer Sponsor MIPM zusammengetan. Die Gemeinde selbst kaufte den Lift für 5000 Euro und fungiert nun als Zwischenpächter. Dass der Lift weiter bestehen kann, sei der Landsberieder Bürgermeisterin Andrea Schweitzer ein großes Anliegen gewesen. Sie selbst sei dort oft im Kleinkindalter Ski gefahren und für sie gehöre er einfach zu Landsberied.

Florian Keller schätzt sich glücklich, dass er die Gemeinde bei jeglichen Fragen konsultieren kann. Andrea Schweitzer selbst sagt: "Wir helfen, wo wir können." Der Ort übernehme unter anderem den Räumdienst der Parkplätze und das Zurückschneiden von Ästen. Auch Bewohner Landsberieds unterstützen das Trio bei seiner Arbeit. Der 20-jährige Maximilian Wörl half mit einem Freund den Funpark aufzubauen. "Ich hab mich unglaublich gefreut, als es hieß, dass man wieder im Ort snowboarden kann." Da beteilige er sich gerne bei den anfallenden Aufgaben.

"Alle arbeiten Hand in Hand", sagt Florian Keller. Sogar seitens seiner Arbeit gebe es keine Probleme. Als Keller sagt, er gehe früher, erwiderte sein Chef lachend: "Ja, dann gehsd hoid zu deinem Lift."