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Kommunalwahl in Germering:Konkurrenz für Andreas Haas

Bürgermeister

Bereits im Juli von seiner Partei nominiert: Andreas Haas strebt seine dritte Amtszeit als Germeringer Oberbürgermeister an.

(Foto: Oliver Simon/oh)

Grüne und SPD schicken doch noch Gegenkandidaten zu Germerings CSU-Bürgermeister ins Rennen

Mehr als drei Monate hat es so ausgesehen, dass bei den kommenden Kommunalwahlen im März 2020 niemand gegen den Amtsinhaber Andreas Haas (CSU) antreten würde. Die FDP hatte schon längst abgewinkt, SPD und Grüne hielten sich bedeckt. Ein Verzicht von Konkurrenten für den CSU-Oberbürgermeister Haas, der bereits im Juli von seiner Partei nominiert worden war, wäre nachvollziehbar gewesen. Er wurde 2014 mit mehr als 71 Prozent der Stimmen gewählt. Seitdem hat Haas keine Fehler gemacht, die seinen Amtsbonus beschädigt hätten. Nun werden die Grünen an diesem Montag und die SPD am kommenden Mittwoch doch noch Kandidaten benennen.

2014 waren alle Gegenkandidaten von Haas chancenlos gewesen. Sie landeten deutlich abgeschlagen hinter dem Amtsinhaber, der bereits seit 2008 Germeringer Oberbürgermeister ist. SPD-Mann Robert Baumgartner musste sich mit 16,4, Agnes Dürr von den Grünen mit 9,9 Prozent zufrieden geben. FDP-Stadtrat Peter Klotz bekam 2,1 Prozent der Stimmen. Zahnarzt Klotz, eloquenter Einzelkämpfer der FDP im Stadtrat, will sich diesmal nicht zur Wahl als OB stellen. Auch einen anderen FDP-OB-Kandidaten wird es nicht geben. "Das haben wir intern beschlossen", sagt Klotz. Man wolle sich auf den Wahlkampf mit der Stadtratsliste konzentrieren und dort Inhalte und Themen setzen. Ob das für mehr als ein Mandat, über das die FDP seit Jahrzehnten nicht hinauskommt, reichen wird, bleibt abzuwarten. Natürlich weiß Klotz auch, dass er sein OB-Ergebnis von 2014 nicht wesentlich verbessern würde. Er erkennt auch an, das der amtierende Oberbürgermeister ein akzeptabler Rathauschef ist: "Haas macht das ordentlich."

"Es wird eine Überraschung geben", prophezeit Klaus-Peter Müller vom Germeringer SPD-Vorstand einen spannenden Mittwochabend, wenn der OB-Kandidat von den Mitgliedern gewählt werden wird. Es habe eine Einzelstimme im Vorstand gegeben, die einen Verzicht auf eine Kandidatur in die Debatte eingebracht habe. Doch die sei schnell vom Tisch gewesen. "Es steht der Partei gut an", so Müller, "dass wir eine Kandidatin oder einen Kandidaten nominieren". Alles andere wäre als Germeringer SPD mit einer langen Bürgermeistergeschichte undenkbar gewesen. Schließlich habe die SPD von 1991 bis 2008 mit Peter Braun 17 Jahre lang den OB gestellt.

Auch die Germeringer Grünen wollen Haas wieder herausfordern. "Die OB-Kandidatur ist auch eine Bühne, um Themen zu setzen", sagt Ralph Rückerl, der Ortsvorsitzende der Grünen. "Es wäre blöd, nicht gesehen zu werden." Die Grünen erhoffen sich, wie bei den vergangenen Landtags- und Europawahlen ein reichlich zweistelliges Ergebnis in Germering. Ganz chancenlos sieht Rückerl die Wahl gegen den Amtsinhaber Haas nicht. "Warum soll nicht mal jemand anderes gewählt werden?", fragt er. Rückerl hofft natürlich auch darauf, dass das Thema Klimaschutz, das die Grünen auch in Bayern noch oben katapultiert hat, auch im Mitte März 2020 noch virulent ist. Wie im ganzen Landkreis Fürstenfeldbruck erleben die Grünen auch in Germering einen Mitgliederzuwachs. Der Ortvorsitzende: "Es sind deutlich mehr Leute auch aktiv."