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Kommentar:Zwei unter einem Dach

Warum für die Feuerwehren in Hörbach und Althegnenberg ein neues Gebäude reichen würde

Zwei kleinere Feuerwehren in einem Gebäude unterzubringen, wäre nicht nur im Landkreis ein Novum. Wegen der Forderung, spätestens zehn Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort zu sein, sind solche Zusammenlegungen ohnehin selten möglich. Da die ehrenamtlichen Helfer nicht nur in Notlagen, sondern auch bei weltlichen und kirchlichen Festen ihren Mann stehen, traut sich kaum ein Bürgermeister, solche Möglichkeiten auch nur anzudenken. Feuerwehren haben berechtigter Weise unter allen Vereinen eine Sonderstellung, weil sich die Freiwilligen mit Leib und Leben für andere einsetzen. Dass die Hörbacher Wehr ein gemeinsames Haus mit den Althegnenberger Kollegen ablehnt, ist daher verständlich. Allerdings wird dabei nicht beachtet, dass keine Fusion angestrebt wird, sondern lediglich ein Haus, in dem beide Wehren ihre Fahrzeuge und Ausrüstung unterbringen sowie Schulungen vornehmen können.

Ein Gebäude benötigt weniger Platz, ist auch kostengünstiger zu errichten und zu unterhalten als zwei. Natürlich bietet es sich nach einer Zusammenlegung an, gemeinsame Übungen und Schulungen abzuhalten. Deswegen müssen die beiden gewachsenen Wehren aber ihre Identität nicht verlieren. Dies aber scheinen die Hörbacher zu fürchten. Auch deswegen, weil nicht auszuschließen ist, dass der Bedarf an Löschfahrzeugen und -geräten in einem Gebäude anders bemessen wird als bei getrennten Wehren. Dies würde letztlich dazu führen, dass die Wehren nach und nach dennoch verschmelzen, dies wollen die Befürworter der aktuellen Planung verhindern.

Dabei gibt es dafür eigentlich keinen vernünftigen Grund. Positiv ausfallen würde sicher der finanzielle Gewinn für die Gemeinde. Außerdem haben es die Wehren ja selbst in der Hand, wie nahe sie sich kommen wollen. Und wer sagt, dass Feuerleute der nächsten Generation noch genau so denken. Schon jetzt gibt es in der Hörbacher Wehr einige Befürworter für ein gemeinsames Haus. Warum also zwei Häuser bauen, wenn eines auch die Zukunft sicherstellen kann. Und sollte es später einmal tatsächlich zu einer Fusion kommen, dann wäre dies die Entscheidung der Nachfahren. Für das Zusammenwachsen der beiden Ortsteile zu einer Gemeinde wäre ein gemeinsames Feuerwehrhaus auf jeden Fall ein wichtiger und vernünftiger Schritt.

© SZ vom 28.01.2020
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