Kommentar:Synergien nutzen

Die Kommunen im Landkreis wollen besser zusammenarbeiten, um die Digitalisierung ihrer Schulen voranzutreiben. Das ist eine gute Idee, die auch an anderer Stelle nützlich wäre

Von Heike A. Batzer

Die Digitalisierung ist eines jener Vorhaben, die von der Politik seit Jahren großspurig angekündigt, aber nur schleppend umgesetzt werden. In der Corona-Krise wurde das Problem dann deutlich sichtbar. Vor allem an den Schulen traten in Zeiten des Fernunterrichts die Sorgen wegen schlechter Übertragungskapazitäten und mangelnder Ausstattung deutlich hervor. Schüler, Lehrer und Eltern können ein Lied davon singen.

Nun wollen zumindest die Kommunen im Landkreis in die Gänge kommen, angetrieben auch durch die von Bund und Land in Aussicht gestellten Fördermöglichkeiten für digitale Anschaffungen an den Schulen. Doch so etwas dauert, entsprechende Ausschreibungen müssen getätigt und Förderanträge gestellt werden. Warum aber ist bislang noch nie jemand auf die Idee gekommen, dass man diese Aufgaben auch bündeln könnte? Nein, jede noch so kleine Gemeinde werkelt allein vor sich hin und sucht nach der passenden Ausstattung. Das wiederholt sich dann 24 Mal - in den 23 Landkreiskommunen, die für ihre jeweiligen Grund- und Mittelschulen zuständig sind, sowie beim Landkreis, der sich um die weiterführenden Schulen kümmert.

Dass die Kommunen nun nach neuen Wegen suchen, ist ebenso lobenswert wie überfällig. Ob man das gleich bedeutungsschwer Kompetenzzentrum nennen muss, sei mal dahingestellt. Doch die Aufgabe ist überall die gleiche: Bestimmte Schularten mit den gleichen Produkten auszustatten, würde nicht nur Synergien bei der Beschaffung, sondern auch später bei der Wartung möglich machen. Es würden sich sicherlich weitere Bereiche finden lassen, in denen Verwaltungen zusammenarbeiten und zumindest Vorarbeiten bündeln könnten. Die Energieagentur, die der Landkreis Fürstenfeldbruck zusammen mit zwei politischen Nachbarn gründen möchte, könnte auch so ein Dienstleister werden, sofern sie richtig genutzt wird. Eine Bündelung von Aufgaben könnte im Idealfall auch dazu führen, Prozesse zu verschlanken und zu beschleunigen. Dass dies den Behörden gut anstünde, auch das hat die Corona-Zeit gezeigt.

© SZ vom 17.09.2021
Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB