bedeckt München 17°

Kommentar:Praktikables Brucker Konzept

Schnelltests können den Geschäften helfen, weil sie das Einkaufen sicherer machen. Allerdings müssen sie wirklich schnell und unbürokratisch gehen

Von Stefan Salger

Einkaufen soll Spaß machen. Geschäftsleute wissen, dass sie nur dann der Online-Konkurrenz Paroli bieten können. Nun aber stellt sich die Frage, was vom Shopping-Erlebnis übrig bleibt, wenn erst zeitraubende Hürden zu nehmen sind. Denn bei einer Sieben-Tage-Inzidenz jenseits der 100 darf bei vielen Geschäften entweder nur nach Terminvereinbarung die Ware abgeholt werden oder es ist vor dem Betreten ein aktueller negativer Coronatest vorzulegen (die vielen geschlossenen Geschäfte in den Ortskernen und Innenstädten beeinträchtigen das Ambiente zusätzlich).

Das Problem im Landkreis Fürstenfeldbruck ist, dass die Inzidenz um den maßgeblichen Schwellenwert herum schwankt. Mal hü, mal hott also. Möglicherweise wäre es sinnvoller, eine Regelung standardmäßig ein oder zwei Wochen gelten zu lassen, statt immer der Inzidenz hinterherzuhecheln. Aber Land oder Bund müssten die Grundlagen schaffen. So lange das nicht geschieht, müssen Geschäftsleute und Kunden mit den ständigen Änderungen klarkommen.

Angebot und Nachfrage werden unter diesen Vorzeichen nur zueinanderfinden, wenn sich der Aufwand in Maßen hält. Ein Testzentrum am Ende der Stadt und reichlich Papierkram erst beim Testen und dann erneut vor dem Betreten der Geschäfte lässt garantiert kein Einkaufserlebnis aufkommen. Fürstenfeldbruck geht deshalb innovative Wege: In Kürze sollen aus den beiden Schnellteststationen, die die offizielle Einrichtung des Landkreises am Stadtrand ergänzen, fünf werden - mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten, nah am Kunden und am Geschäft. Mit Fahrrad, zu Fuß oder auch mit dem Auto ist der obligatorische und kostenlose Rachenabstrich schnell erledigt, das Ergebnis etwas später bereits da. Und der QR-Code auf dem Handydisplay oder notfalls auf der ausgedruckten Bescheinigung ermöglicht den ganzen Tag schnellen Zugang zu den Läden. Immer noch ein Aufwand, der mit Blick auf die Infektionslage aber gerechtfertigt ist.

Wenn es mit halbwegs unbeschwertem Shoppen unter Pandemiebedingungen funktioniert, dann nur so: schnell, unbürokratisch, mit wenig Papierkram.

© SZ vom 14.04.2021
Zur SZ-Startseite